Zustimmung für Österreichs Regierung bricht ein

Inmitten von angespannten politischen Debatten in Österreich ist das Vertrauen der Österreicher in ihre konservativ ÖVP geführte Koalition mit der grünen Partei so gering wie nie, zeigt eine Umfrage.

Euractiv.de
Austrian Chancellor Karl Nehammer comments on Russian attack on Ukraine
Schlechte Neuigkeiten für die Regierung in Wien, denn die Unterstützung für Karl Nehammers grün-konservative Koalition bricht weg. EPA-EFE/CHRISTIAN BRUNA

Inmitten von angespannten politischen Debatten ist das Vertrauen der Österreicher:innen in ihre von der konservativen ÖVP geführten Regierungskoalition mit der Grünen Partei so gering wie nie, zeigt eine Umfrage.

Angesichts von Kontroversen um die COVID-19-Strategie der Regierung in Wien, einer Debatte über die Neutralität Österreichs, einem verhinderten Auftritt des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Parlament, Inflationsängsten und Gezanke zwischen den Koalitionspartnern ist das Ergebnis der Sonntagsfrage für die Regierung ein schlechtes Zeugnis.

Wenn am kommenden Sonntag Wahl wäre, würden nur noch 22 Prozent der Wähler:innen die Partei von Kanzler Karl Nehammer wählen, für die Grünen würden sich nur noch elf Prozent entscheiden, wie eine Umfrage von Unique Research im Auftrag des Boulevardblatts Heute ergeben hat.

Für die Sozialdemokraten von der SPÖ hingegen gibt es gute Noten. Ganze 29 Prozent der Befragten würden sie wählen, während die rechtsextreme FPÖ trotz diverser Debakel wie dem berühmten Ibiza-Skandal wieder auf 19 Prozent der Wählerstimmen kommen würde. Die Impfgegner-Partei MFG würde 8 Prozent der Stimmen erhalten. 

Zwar ist Nehammer immer noch der beliebteste Spitzenpolitiker, allerdings scheint seine Koalition weiterhin von den Altlasten aus der Ära Sebastian Kurz, Nehammers Vorgänger, der sich nach Korruptionsvorwürfen aus der Politik zurückgezogen hatte, sowie dem als gescheitert wahrgenommenen Pandemiemanagement belastet zu werden.

Mit Johannes Rauch erlebt Österreich bereits den dritten Gesundheitsminister innerhalb einer Legislaturperiode, beide Vorgänger hatten sich an der Arbeitslast und den Drohungen aus der Bevölkerung aufgerieben. Auch die umstrittene Impfpflicht, die Österreich zu einem Vorreiter in Europa und der Welt gemacht hatte, ist derzeit ausgesetzt.

Dazu kommt ein fortwährender Skandal, bei dem die als zu hoch wahrgenommen Marketingausgaben der Regierungsparteien unter Beschuss gekommen wurden. 

Währenddessen explodieren weiterhin die Energiepreise in der Alpenrepublik, trotz wiederholten Versuchen der Regierung, gegenzusteuern, und auch die Inflation steigt infolgedessen an.