Die Macht der Gesetzgebung im Kampf gegen Migräne

Trotz der jüngsten therapeutischen Fortschritte müssen sich Menschen, die unter Migräne leiden, mit einem fragmentierten Versorgungssystem auseinandersetzen.

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[Eli Lilly]

Auf dem jüngsten Migraine Trust International Symposium, der ältesten medizinischen Kopfschmerzkonferenz der Welt, kamen Interessenvertreter:innen zusammen, um eine bessere Politik für die von Migräne betroffenen Patienten zu fordern. 1 Migräne ist nach wie vor ein bedeutendes Problem der öffentlichen Gesundheit in Europa. Trotz der jüngsten therapeutischen Fortschritte müssen sich Menschen, die unter Migräne leiden, mit einem fragmentierten Versorgungssystem auseinandersetzen.2

Infolgedessen ist die Migräne nach wie vor ein bedeutender gesundheitsbezogener Ausgabentreiber, der den europäischen Volkswirtschaften Kosten in Höhe von schätzungsweise 55 Milliarden Euro pro Jahr in Form von direkten und indirekten Gesundheitskosten verursacht, zusätzlich zu deren Auswirkungen auf das Leben der Patient:innen.3

Der kürzlich veröffentlichte Bericht „Rethinking Migraine in Times of COVID-19“ des Europäischen Rates für Hirnmedizin geht detailliert auf die Herausforderungen bei der Behandlung von Migräne ein und skizziert spezifische politische Maßnahmen zu deren Bewältigung.4 Diese Forderungen nach Veränderungen spiegeln die Meinung der gesamten Migränegemeinschaft wider, darunter auch die von Eli Lilly and Company, die die Forderung der Europäischen Migräne- und Kopfschmerzvereinigung nach einem umfassenden europäischen Migräne-Aktionsplan unterstützt, um die Versorgungslücke zu schließen, die Krankheitslast zu verringern und eine rechtzeitige, optimale Behandlung für alle zugänglich zu machen.

Mit einem besonderen Fokus auf fünf entscheidende Bereiche lässt sich ein Wandel herbeiführen:

      1. Mehr öffentliches Verständnis und Bewusstsein für Migräne

Laut dem Bericht des Europäischen Rates für Hirnmedizin ist das mangelnde Verständnis der Öffentlichkeit für Migräne ein langjähriges Problem in Europa. 4 Dies wirkt sich nachteilig aus, da mehr als 60 Prozent der Menschen, bei denen Migräne diagnostiziert wurde, versuchen, die tatsächlichen Auswirkungen der Krankheit auf sie vor anderen zu verbergen,5 und fast 70 Prozent nie einen Arzt wegen ihrer Symptome aufsuchen.4,6 Diese Verzögerung bei der Inanspruchnahme von Hilfe wirkt sich unverhältnismäßig stark auf Frauen aus, die drei- bis viermal häufiger von Migräne betroffen sind als Männer.7

Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für den Schweregrad der Migräne und ihre Auswirkungen auf individueller, organisatorischer und gesellschaftlicher Ebene kann die tatsächliche Belastung kontextualisieren und die Identifizierung von nachhaltigen und wirtschaftlichen Lösungen ermöglichen, die allen zugutekommen.

     2. Mehr Aufklärung über Migräne für alle Fachkräfte im Gesundheitswesen

Obwohl Kopfschmerzerkrankungen, darunter auch Migräne, die zweithäufigste Ursache für Behinderungen in Europa sind, ist das Bewusstsein der Ärzte für die Diagnose und Behandlung von Migräne immer noch gering.8 Nichtfachärzte erhalten im Durchschnitt nur vier Stunden Migräneschulung an der medizinischen Fakultät.4 Dieser Mangel an ausreichender Schulung führt zu Verzögerungen bei der Diagnose und trägt zu den Hindernissen bei der Migräneversorgung bei.

Eine bessere Ausbildung und eine größere Vertrautheit mit der Migräne bei allen Angehörigen des Gesundheitswesens – Hausärzten und Fachärzten – kann dazu beitragen, dass eine angemessene Versorgung leichter zugänglich wird.

    3. Effiziente Behandlungspfade einrichten, um die Bedürfnisse der Patient:innen rechtzeitig zu erfüllen

Menschen mit Migräne müssen häufig lange und frustrierend auf eine genaue Diagnose warten.9 Jüngste Ergebnisse der OVERCOME (EU)-Studie von Lilly haben gezeigt, dass fast die Hälfte (42 Prozent) der 20.000 teilnehmenden Migränepatienten in ganz Europa vor der Teilnahme an der Studie noch immer keine formelle Diagnose von einem Arzt erhalten hatten.10 Selbst diejenigen, die das Glück hatten, eine formelle Diagnose zu erhalten, sehen sich noch immer mit anderen Hindernissen auf dem Versorgungsweg konfrontiert.

Eine bessere Organisation einer effizienten und personalisierten Versorgung kann dazu beitragen, die Lebensqualität der Migränepatient:innen zu verbessern, was zu besseren Behandlungsergebnissen und geringeren Gesundheitskosten führt.11

   4. Angemessene Finanzierung von und Zugang zu innovativen Behandlungen sicherstellen

Vielen Patient:innen werden im Laufe der Zeit mehrere Behandlungen angeboten, von denen einige ursprünglich nicht für die Behandlung von Migräne entwickelt wurden.12 Trotz der Verfügbarkeit neuerer Therapeutika, die speziell für die Behandlung von Migräne entwickelt worden sind, haben viele Menschen keinen Zugang zu diesen Medikamenten.13

In Anbetracht des großen Potenzials, die Behandlungsergebnisse mit neuen Medikamenten zu verbessern, ist es von entscheidender Bedeutung, die gesundheitsbezogene Entscheidungsfindung so abzustimmen, dass ein schneller und einheitlicher Zugang zu Innovationen für diejenigen Patient:innen gewährleistet ist, die von ihnen profitieren können.13

    5. Bessere berufliche Perspektiven für Menschen mit Migräne

Da die Beeinträchtigung durch Migräne in den Arbeitsjahren ihren Höhepunkt erreicht,14 hat die Krankheit erhebliche Auswirkungen auf die Arbeitsproduktivität und die Fehlzeiten.15 Tatsächlich sind schätzungsweise 77 bis 93 Prozent aller Kosten im Zusammenhang mit Migräne auf eine beeinträchtigte oder verlorene Arbeitsproduktivität zurückzuführen.16

Änderungen des Arbeitsumfelds und die Förderung ‚migränefreundlicher‘ Arbeitsplätze haben das Potenzial, die Auswirkungen der Migräne auf die Arbeitsfähigkeit der Betroffenen und die indirekten Kosten erheblich zu verringern.4

Die Migränegemeinschaft appelliert an die europäischen Gesetzgeber, der Migräne Priorität einzuräumen und jetzt Maßnahmen zu ergreifen, um strukturierte Behandlungspfade und Dienstleistungen zu schaffen, die durch Schulung und Ausbildung unterstützt werden und zu besseren Ergebnissen für die Patienten und auch zu dringend benötigten Kosteneinsparungen führen würden.4