Türkei-Abkommen als Vorlage: Ein Flüchtlingsdeal mit Ägypten?
Kanzlerin Angela Merkel tut, als habe sie ihre Willkommenskultur niemals verändert. Dabei prüft sie radikale Schritte. Abschiebungen nach Ägypten sind kein Tabu mehr, analysiert EURACTIVs Medienpartner "WirtschaftsWoche".
Angela Merkels Flüchtlingspolitik spielt im Dezember 2016, rund 15 Monate nach „Wir schaffen das“ und etwa zehn Monate vor ihrer möglichen dritten Wiederwahl, nicht nur an einem Schauplatz. Sie spielt an verwirrend vielen verschiedenen Schauplätzen.
Da ist die Staatskanzlei in Stuttgart, wo Thomas Strobl, Vizeministerpräsident von Baden-Württemberg, aber vor allem CDU-Vize, in den vergangenen Wochen ein Papier verfasst hat, dessen Motto man so umschreiben könnte: Härte schlägt Herz. Abgelehnte Asylbewerber sollten effizienter abgeschoben werden, fordert Strobl, selbst wenn sie krank seien, er will härtere Abschiebehaft und Sozialkürzungen.
Da ist das Bundesinnenministerium in Berlin, wo Staatssekretär Hans-Georg Engelke in einem Schreiben an seine Amtskollegen in den anderen Bundesministerien um Mitarbeiter für den neu gegründeten Arbeitsstab „Rückkehr“ wirbt. Denn, so schreibt Engelke, „angesichts des zu erwartenden erheblichen Anstiegs der Zahl der Ausreisepflichtigen ist eine Intensivierung der Rückkehrbemühungen aller staatlichen Stellen, auch des Bundes, unverzichtbar“.