Agrarsubventionen - Liste deutscher Empfänger 2010

Die Empfänger von EU-Agrarsubventionen sind wieder online. Die Datenbank der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ist weiterhin nutzerunfreundlich und bietet kaum Transparenz. EURACTIV.de hilft nach und bietet eine Übersicht der deutschen Top 200-Empfänger der EU-Agrarfonds des Jahres 2010.

Wer bekommt was? EURACTIV.de listet die Empfänger von EU-Agrarsubventionen in Deutschland auf. Foto: dpa.
Wer bekommt was? EURACTIV.de listet die Empfänger von EU-Agrarsubventionen in Deutschland auf. Foto: dpa.

Die Empfänger von EU-Agrarsubventionen sind wieder online. Die Datenbank der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ist weiterhin nutzerunfreundlich und bietet kaum Transparenz. EURACTIV.de hilft nach und bietet eine Übersicht der deutschen Top 200-Empfänger der EU-Agrarfonds des Jahres 2010.

UPDATE: Die aktuelle Empfänger-Liste für 2012 (veröffentlicht Ende April 2013) – gibt es hier: Agrarsubventionen – Liste deutscher Empfänger 2012. Die aktuelle Empfänger-Liste für 2011 (veröffentlicht Ende April 2012) gibt es hier: Agrarsubventionen – Liste deutscher Empfänger 2011. _____________________ Die Raiffeisen-Hauptgenossenschaft Nord AG steht an der Spitze der privatwirtschaftlichen deutschen Empfänger aus den EU-Agrarfonds des Jahres 2010. Das geht aus den Daten hervor, die von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gestern veröffentlicht wurden. Das Agrar-Handelsunternehmen mit Firmensitz in Kiel erhielt im vergangenen Jahr 19,5 Millionen Euro für „Sonstige Maßnahmen“ aus dem Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL). Darunter fallen u.a. staatlich finanzierte Ankäufe von landwirtschaftlichen Produkten (Intervention), Lager- und Verarbeitungsbeihilfen oder Exporterstattungen. An zweiter Stelle der privatwirtschaftlichen Empfänger aus den EU-Agrarfonds steht die BayWa AG. Das Münchner Unternehmen mit den Kernsegmenten Agrar, Bau und Energie erhielt 2010 insgesamt 13,44 Millionen Euro. Deutsche Empfänger erhielten 2010 insgesamt 7 Milliarden Euro aus den EU-Agrarfonds. EURACTIV.de hatte vor wenigen Tagen eine Länderübersicht zu den Agrarsubventionen 2010 veröffentlicht.

Öffentliche Hand profitiert

Ein Großteil des EU-Geldes floss zurück in die öffentlichen Haushalte. So erhielt das Landesumweltamt Brandenburg (Potsdam) 23,37 Millionen Euro an Fördermitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die ländliche Entwicklung (ELER). Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz in Schleswig-Holstein profitierte von 17,59 Millionen Euro. Diese Zahlen wurden diese Woche von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung veröffentlicht. Die Datenbank ist weiterhin nutzerunfreundlich und bietet wenig Mehrwert, um die Verwendung der Millionenbeträge nachvollziehen zu können.

Österreich für Transparenz

Österreich hat eine Transparenzdatenbank, die diesen Namen verdient. So werden nicht nur die Empfängernamen und Beträge aufgelistet, sondern auch die Leistungen beschrieben, für die EU-Gelder bezahlt wurden. „Grundlage für die Zahlungen sind Leistungen, die die Empfänger im Agrarbereich im öffentlichen Interesse erbringen. Die Leistungen werden daher auf dieser Webseite ebenfalls dargestellt“, heißt es auf der österreichischen Website.

Liste Top 200 zum Download

EURACTIV.de bietet eine Übersicht über die Top 200 der deutschen EU-Agrarsubventionsmillionäre. Zum Download: Initiates file downloadAgrarsubventionen – Top 200 – Liste der deutschen Empfänger 2010. Um eine bessere Übersichtlichkeit zu gewährleisten sind die privatwirtschaftlichen Empfänger gefettet. Außerdem sind die Beträge der Direktzahlungen farbig unterlegt. Diese „Betriebsprämie“ wird unabhängig von Art und Umfang der landwirtschaftlichen Produktion gewährt. Vor zwei Jahren hatte EURACTIV.de die Liste der deutschen Empfänger 2008 veröffentlicht.

Zentrale Website zu GAP-Empfängern

Die EU-Kommission hat eine zentrale Website eingerichtet, über die alle nationalen Datenbanken der Agrarhilfeempfänger in den 27 Mitgliedstaaten erreichbar sind. Aufgrund des Urteils des Europäischen Gerichtshofs werden vorläufig nur noch juristische Personen als Empfänger von Mitteln der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) aufgeführt. Die Veröffentlichung personenbezogener Daten natürlicher Personen wurde aus Datenschutzgründen vorläufig untersagt. Die EU-Kommission hat angekündigt, bis Ende 2011 neue Vorschläge für die Veröffentlichung der Empfängerdaten vorzulegen. mka