Albaniens Hauptstadt wird zu drittteuerster Stadt in der Region

Tirana, die Hauptstadt Albaniens, ist nach Budva und Belgrad der drittteuerste Ort zum Leben in den westlichen Balkanstaaten, so der Numbeo 2023 Cost of Living Report.

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Fruit,Market,In,Tirana,,Albania.
Fruit,Market,In,Tirana,,Albania. [Shutterstock/Julia Zagrodzka]

Tirana, die Hauptstadt Albaniens, ist nach Budva und Belgrad der drittteuerste Ort zum Leben in den westlichen Balkanstaaten, so der Numbeo 2023 Cost of Living Report.

Der Bericht enthält eine Momentaufnahme der täglichen Lebenshaltungskosten in der ganzen Welt und erstellt einen Index der teuersten und günstigsten Städte.

An der Spitze der Liste für 2023 steht Basel, gefolgt von Zürich, Lausanne, Zug und Bern, alle in der Schweiz. Die norwegischen Städte Oslo, Stavanger, Bergen, Trondheim und Tromso in Norwegen vervollständigen die Top 10. Weitere Spitzenplätze in Europa belegen Kopenhagen in Dänemark, Espoo in Finnland, Dublin in Irland und Nizza in Frankreich.

Am Ende der Liste steht die vom Krieg zerrissene Ukraine mit der belagerten Stadt Charkiw an letzter Stelle. Weitere preiswerte Orte zum Leben sind die ukrainischen Städte Lwiw, Odessa, Dnipro und Kyjiw.

Auf dem westlichen Balkan ist Pristina, die Hauptstadt des Kosovo, einer der günstigsten Orte zum Leben in Europa, ebenso wie Niš in Serbien, Craiova in Rumänien und Tuzla in Bosnien und Herzegowina.

Belgrad ist die teuerste Stadt in der Region, gefolgt von Budva (Montenegro), Tirana (Albanien), und Sarajevo (Bosnien und Herzegowina). In Belgrad sind die Lebenshaltungskosten bei 57,5 Prozent niedriger als in New York, während sie in Tirana 59 Prozent betragen, was einem Anstieg von 3,7 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Während Tirana europaweit als billig gilt, ist es für lokale Verhältnisse teuer. Steigende Kosten und eine galoppierende Inflation haben Tausende an den Rand der Armut getrieben. Gegenwärtig ist die Hälfte der Bevölkerung entweder von Armut betroffen oder gefährdet, in Armut zu geraten.

Nach Angaben der albanischen Statistikbehörde INSTAT sind im Zeitraum 2021-2022 12,6 Prozent der erwerbstätigen Albaner:innen ebenfalls von Armut bedroht. Bei den Arbeitslos:innen ist das Armutsrisiko höher und erreicht 39 Prozent, bei den Rentner:innen ist es mit etwa 14 Prozent geringer.

Die UNO-Arbeitsorganisation (IAO) schätzt, dass im Jahr 2020 in Albanien 12 Prozent aller Beschäftigten Löhne unterhalb der relativen Armutsgrenze von 5 US-Dollar pro Tag erhielten. Nach Berechnungen der IAO erhalten 12 Prozent der Beschäftigten in Albanien ein Monatsgehalt von höchstens 150 Euro.

Der Mindestlohn liegt derzeit bei 289,72 Euro, während der landesweite Durchschnitt bei 450 Euro liegt. Die Zahlen sind jedoch schwer zu ermitteln, da viele im informellen Sektor arbeiten, der schätzungsweise fast 40 Prozent der Arbeitskräfte ausmacht.