Allianz von EU-Staaten fordert Priorisierung von Erneuerbaren
Der Energierat der EU-Mitgliedstaaten traf sich am Donnerstag (30. Mai) zu einem Frühstück. Dabei einigte sich die Gruppe der Staaten, die sich für erneuerbare Energien einsetzen, darauf, die Kommission aufzufordern, mehr für diese Technologie einzustehen.
Der Energierat der EU-Mitgliedstaaten traf sich am Donnerstag (30. Mai) zu einem Frühstück. Dabei einigte sich die Gruppe der Staaten, die sich für erneuerbare Energien einsetzen, darauf, die EU-Kommission aufzufordern, mehr für diese Technologie einzustehen.
„Es ist völlig klar, dass die Hauptaufgabe und die Hauptrolle im Energiesystem der Zukunft werden die Erneuerbaren sein“, betonte die österreichische Energieministerin Leonore Gewessler, als sie vom Frühstückstreffen zum Treffen aller EU-Energieminister wechselte.
In Europa liefern sich zwei informelle Blöcke einen stillen Kampf: die Gruppe der Erneuerbaren und die Allianz der Atomkraftbefürworter, die jeweils mindestens 13 Länder umfassen. Die jeweils von Österreich und Frankreich gegründeten Gruppen beharren auf ihrer eigenen Energievision für die EU.
Im Jahr 2023 konnte die Atomallianz um Frankreich wichtige Erfolge verbuchen, indem sie die Anerkennung ihrer Technologie im wichtigsten industriepolitischen Gesetz der EU, dem Gesetz zur Förderung grüner Industrien (Net-Zero Industry Act), durchsetzte, während die EU-Strommarktreform Paris die Möglichkeit gab, auch seine alternden Reaktoren zu subventionieren.
Da die Karten in Brüssel nach den Europawahlen vom 6. bis 9. Juni neu gemischt werden, sucht die Allianz für Erneuerbare Energien (Friends of Renewables) nach einer neuen Basis.
„Wir arbeiten als Friends of Renewables gerade an unseren Prioritäten für die nächste Kommission“, bestätigte Gewessler. Euractiv geht davon aus, dass in Kürze ein Bericht mit Vorschlägen veröffentlicht wird.
Angesichts der Tatsache, dass die aktuellen Prognosen der Kommission einen Anteil der erneuerbaren Energien von 80 Prozent bis 2040 vorhersagen, müsse es das Ziel sein, „positive und beschleunigende Bedingungen zu schaffen“.
Erneuerbare Energien würden ein unabhängiges, resilientes, klimafreundliches und kostengünstiges Energiesystem ermöglichen und seien damit der richtige Weg, betonte Gewessler.
Auch die spanische Energieministerin Teresa Ribera, Co-Vorsitzende des Treffens für erneuerbare Energien am Donnerstag, betonte, dass „ein Bekenntnis zu strategischer Energieautonomie größere Investitionen in erneuerbare Energien erfordert“.
Die spanische Politikerin, die als Spitzenkandidatin der spanischen Mitte-Links-Partei PSOE bei den Europawahlen antritt, äußerte ihre Ambitionen, die nächste Energie- und Klimakommissarin zu werden.
Die tschechisch-französisch geführte Atomallianz hielt an diesem Tag kein Treffen ab, obwohl die Gruppe traditionell versucht, die Treffen ihrer Konkurrenten aus dem Bereich der erneuerbaren Energien mit ihren eigenen zu verbinden.
Stattdessen fand ein zweitägiges Treffen der EU-Allianz für kleine modulare Reaktoren (SMR) statt, an dem die Kommission, die Industrie und die EU-Länder teilnahmen. Ziel ist es, in den 2030er Jahren den ersten Reaktor dieses neuen Typs in Europa in Betrieb zu nehmen.
[Bearbeitet von Donagh Cagney/Zoran Radosavljevic/Kjeld Neubert]