Bericht – EU plant eifrig CO2-Reduzierung im Ausland [DE]
Die EU-Mitgliedstaaten planen derzeit eifrig Projekte zur Reduzierung von CO2-Emissionen in Entwicklungsländern. Das Ergebnis könnte sein, dass die EU-Staaten ihr Vorhaben, im Inland Emissionen zu reduzieren, aufgeben. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht des WWF.
Die EU-Mitgliedstaaten planen derzeit eifrig Projekte zur Reduzierung von CO2-Emissionen in Entwicklungsländern. Das Ergebnis könnte sein, dass die EU-Staaten ihr Vorhaben, im Inland Emissionen zu reduzieren, aufgeben. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht des WWF.
Eine Analyse der nationalen Zuteilungspläne im Rahmen der zweiten Phase des EU-Emississionshandelssystems (2008-2012) zeige, dass die EU-Staaten in Entwicklungsländern zu viele Projekte zur Reduzierung von CO2-Emissionen planten, warnte der World Wide Fund for Nature (WWF) am 5. Oktober 2006.
Nach Angaben des WWF, der Ecofys mit der Studie beauftragte, würden neben anderen Ländern vor allem Irland, Spanien und Portugal so große Emissionsreduzierungen im Ausland planen, dass sie im Inland keine CO2-Reduzierung mehr vornehmen müssten.
Gemäß der von den Regierungen der EU-Mitgliedstaaten angenommenen Vereinbarungen des Kyotoprotokolls über Klimawandel, müssen mindestens 50% der CO2-Reduzierungen auf dem jeweiligen Staatsgebiet der Unterzeichner erreicht werden.
Eine breit angelegte Nutzung „importierter“ Emissionszertifikate könnte technologischen Innovationen schaden und gleichzeitig die Verantwortung für die Bewältigung des Klimawandels von den Verschmutzerstaaten im Norden auf die Entwicklungsländer übertragen, so das Argument des WWF.
Der von WWF in Auftrag gegebene Ecofys-Bericht deutet zudem an, die EU-Staaten hätten in zu großzügiger Weise im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems Zertifikate an die Schwerindustrie und an Kraftwerke vergeben.
Zu einem Zeitpunkt war der CO2-Preis um mehr als 60% gefallen, weil die nationalen Regierungen zu viele Zertifikate an ihre Industrie für den Ausstoß von CO2 verteilt hatten (EURACTIV vom 2. Mai 2006).
„Wir haben starke Bedenken, dass die Bemühungen, den Ausstoß von CO2 in Europa zu reduzieren, entweder sehr schwach oder gar nicht vorhanden sind“, sagte Delia Villagrasa, WWF-Expertin für das EU-Emissionshandelssystem.
Obwohl die Frist vom 30. Juni 2006 bereits um einige Monate überschritten ist, haben nur 13 der 25 EU-Mitgliedstaaten ihre nationalen Zuteilungspläne für die zweite Phase des EU-Emissionshandelssystems (EU-ETS) mitgeteilt. Die Kommission wird voraussichtlich im November über die ersten Pläne entscheiden.