Bericht: Immer mehr ältere Menschen arbeiten [DE]

Ein Demografiebericht der Europäischen Kommission, der heute (24. November 2008) in Brüssel vorgestellt werden soll, zeigt, dass zwar die Zahl der über 60-Jährigen, die in Europa arbeiten, noch immer nicht das Ziel der Lissabon-Agenda für Wachstum und Beschäftigung erreicht, doch im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends deutlich angestiegen ist.

Ein Demografiebericht der Europäischen Kommission, der heute (24. November 2008) in Brüssel vorgestellt werden soll, zeigt, dass zwar die Zahl der über 60-Jährigen, die in Europa arbeiten, noch immer nicht das Ziel der Lissabon-Agenda für Wachstum und Beschäftigung erreicht, doch im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends deutlich angestiegen ist.

Ziel des halbjährlich stattfindenden Europäischen Demografieforums (24. und 25. November 2008) ist die Bestandsaufnahme der jüngsten demografischen Entwicklungen. Außerdem soll dort überprüft werden, wie die Politik auf den demografischen Wandel in Europa reagiert.

Der Bericht bestätigt bereits allgemein Bekanntes, nämlich, dass die Generation des ‘Baby-Booms’ nach und nach in Rente geht und dass sich das Gleichgewicht zwischen der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter und den Rentnern in Europa verschiebt.

Das Unheil scheint sich stärker anzukündigen als je zuvor. Im vergangenen Jahrzehnt ist die Zahl der über 60-Jährigen in Europa um etwa 1,5 Millionen pro Jahr angestiegen, doch in den nächsten 25 Jahren wird sich diese Zahl um jährlich 2 Millionen erhöhen. Hinzu kommt, dass die Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter mit jedem Jahr weniger stark zunimmt und innerhalb der nächsten zehn Jahre gar kein Wachstum mehr verzeichnen wird.

Der Bericht versucht jedoch auch Hoffnung zu machen. Die Zahl der über 60-Jährigen, die in Europa arbeiten, erreicht zwar noch nicht das Ziel, das in der Lissabon-Strategie festgelegt wurde, hat aber seit 2000 deutlich zugenommen.

Die Zahlen von 2007 zeigen, dass sich insgesamt 50% der Männer und 40% der Frauen über 60 in einem Arbeitsverhältnis befanden. Damit wird das Ziel der Lissabon-Strategie von 50% bis 2010 nur knapp verpasst, aber dennoch ein positives Zeichen gesendet. Der Schluss daraus ist, dem Bericht zufolge, dass sich der Trend zur Frührente, der in den 90er-Jahren beobachtet werden konnte, nun umgekehrt hat. Die älter werdende Generation des Baby-Booms könne nun als Teil der Arbeiterschaft maßgeblich zu einer guten Wirtschaftslage beitragen.

In dem Bericht wurde außerdem mit Blick auf Familienkonstellationen in Europa angemerkt, dass die Menschen später heiraten, die Scheidungsquote weiter ansteigt und mehr Menschen verschiedener Nationalitäten heirateten und in den demografischen Statistiken einen höheren Stellenwert einnehmen.

Allerdings zeigt eine Umfrage von Eurobarometer, die gemeinsam mit dem Bericht veröffentlicht wurde, dass es bei der Lebenserwartung in Europa nach wie vor große Unterschiede zwischen Ost und West gibt. 

Insbesondere bei Männern sind die Unterschiede groß. In acht der mittel- und osteuropäischen Mitgliedstaaten haben sie lediglich eine Lebenserwartung von etwa 65-70 Jahren. In den Mitgliedsländern der EU 15 werden Männer im Vergleich dazu durchschnittlich über 76 Jahre alt.