Blair: Kyoto-Nachfolger soll auf Technologie basieren [DE]

Einen Tag er den neuen Klimaschutz-Plan seiner Regierung präsentiert hat, forderte der britische Premierminister Tony Blair eine weltweite Einigung über den Nachfolger des Kyoto-Protokolls. In ihrem Bericht, räumt die britische Regierung ein, dass sie ihr eigenes Reduktionsziel von 20 % bis 2010 nicht erreichen wird.

Einen Tag er den neuen Klimaschutz-Plan seiner Regierung präsentiert hat, forderte der britische Premierminister Tony Blair eine weltweite Einigung über den Nachfolger des Kyoto-Protokolls. In ihrem Bericht, räumt die britische Regierung ein, dass sie ihr eigenes Reduktionsziel von 20 % bis 2010 nicht erreichen wird.

In einer Rede in Neuseeland versprach Blair einen Entwurf für eine neue internationale Rahmenvereinbarung zu erarbeiten, welche dem 2012 auslaufenden Kyoto-Protokoll folgen könnte. Diese neue Vereinbarung sollte China, Indien und die USA mit einschließen, indem es sich stärker auf die Entwicklung neuer Technologien zur Bekämpfung des Klimawandels konzentriere.  Blair ist der Ansicht, dass „wir eine technologische Revolution vergleichbar mit der des Internets benötigen“. 

Blairs Stellungnahme erfolgte einen Tag nachdem die britische Regierung einen Plan für ein neues Klimaprogramm und neue Ziele für ihr nationales Emissionshandelssystem vorgestellt hatte.  Das Ministerium für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten forderte eine stärkere Emissionsreduktion durch die Industrie, mehr Maßnahmen zur Förderung von Biokraftstoffen im Verkehr, strengere Bauvorschriften sowie besondere Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz von Privathaushalten.

Die Lobby der britischen Industrie, CBI, kritisierte die Pläne der Regierung. Es hieß, die Industrie könne nicht die gesamten Lasten tragen. Die Industrie habe bereits 80 % der seit 1990 erreichten Emissionsreduktion in Großbritannien getragen.

Indem Tony Blair die Notwendigkeit von technologischen Lösungen bei der Bekämpfung des Klimawandels betont, nähert er sich der Position der US-Regierung an, welche aus dem Kyoto-Protokoll ausgestiegen ist, da sie aus Angst die Wirtschaft zu schwächen nicht gewillt war die Treibhausgasemissionen zu senken.  

Andererseits wenden einige US-Bundesstaaten und Städte einen aktiveren Ansatz zur Bekämpfung des Klimawandels an und haben bereits Maßnahmen zur Emissionsreduktion eingeführt.  Das einflussreiche Time Magazin veröffentlichte letzte Woche eine Spezialausgabe zum Thema Klimawandel mit dem alarmierenden Titel „Global Warming. Be worried. Be very worried“.