BND-Äußerungen zu Putschversuch: Türkei bestellt deutschen Diplomaten ein

Der Chef des deutschen Auslandsgeheimdienstes BND glaubt nicht, dass Fethullah Gülen hinter dem Putschversuch steckt. Nun soll sich Deutschland erklären.

Dem BND sollen Spähaktionen in Europa untersagt werden.
Der BND-Chef Bruno Kahl hat sich skeptisch über die Urheberschaft des Putschversuches in der Türkei 2016 geäußert. [<a href="https://www.flickr.com/photos/112933429@N03/18381872482/in/photolist-sy5RC2-tuZuCp-tdiYTA-tstn5q-sxYmL6-tddyCd-tutHVN-tdacX9-sxJTtY-u1kVtU-u1R6mR-t4RZUP-tJ7PVu-u1kWRy-u1kUgU-u1R9aB-u1R8XH-u1R8Hp-t4FFEo-t4FFwC-tJfJia-u1GLZv-tJfGMz-u1R66R-u1kTwC-fEBLf9-u1kT4U-u1R5nM-tJfFD2-t4RXAa-tJfF8n-tJ7LNC" target="_blank" rel="noopener"> [Ralf Kothe/Flickr]</a>]

Der Chef des deutschen Auslandsgeheimdienstes BND glaubt nicht, dass Fethullah Gülen hinter dem Putschversuch steckt. Nun soll sich Deutschland erklären.

Das türkische Außenministerium hat den deutschen Geschäftsträger in Ankara wegen Äußerungen von BND-Chef Bruno Kahl über die Urheberschaft des Putschversuches im vergangenen Jahr einbestellt.

Die Äußerungen Kahls zeigten „eine tolerante und schützende Einstellung“ gegenüber der Bewegung des im US-Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen, erklärte das Außenamt am Dienstag. Die Türkei bezeichnet die Bewegung als Terrororganisation.

Der Chef des deutschen Auslandsgeheimdienstes hatte dem „Spiegel“ gesagt, die Türkei habe seine Behörde bislang nicht überzeugen können, dass Gülen hinter dem Putschversuch im Sommer 2016 stecke.

Die Gülen-Bewegung sei nicht wie behauptet eine islamisch-extremistische oder gar terroristische Bewegung, sondern eine „zivile Vereinigung zur religiösen und säkularen Weiterbildung“. Der Putsch sei eine Reaktion aus der Armee auf die Entlassungswelle von Präsident Recep Tayyip Erdogan im Militär gewesen, die vor dem Putschversuch schon begonnen habe.