Breite Unterstützung für Spaniens Forderung nach EU-Hilfe für Fischereisektor

Der spanische Agrarminister hat die EU am Montag (21. März) auf dem Rat der EU-Agrarminister aufgefordert, dem Fischereisektor dringend zu helfen. Unterstützt wurde er von mehr als 20 Ministern. EURACTIV Frankreich berichtet.

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European Agriculture ministers council
Der französische Landwirtschaftsminister und Ratsvorsitzende Julien Denormandie hat die Mitgliedstaaten aufgefordert, zusätzliche Maßnahmen in den von der Krise betroffenen Sektoren zu ergreifen. Dies sollte zusätzlich zu den EU-Hilfen erfolgen, die in den kommenden Tagen festgelegt werden sollten. [[EPA-EFE/OLIVIER HOSLET]]

Spaniens Agrarminister Luis Planas hat die EU am Montag (21. März) beim Rat der EU-Agrarminister:innen aufgefordert, dem Fischereisektor dringend zu helfen. Unterstützt wurde er von mehr als 20 Minister:innen aus der gesamten EU. EURACTIV Frankreich berichtet.

Die EU-Agrarminister:innen waren am Montag (21. März) zusammengekommen, um die Folgen des Krieges in der Ukraine zu diskutieren und die unmittelbare Lebensmittelversorgung sowie die langfristige Ernährungssicherheit und -souveränität der EU zu gewährleisten.

Planas beantragte die Aufnahme der Fischerei auf die Tagesordnung und betonte die „Dringlichkeit“ von Unterstützung seitens der EU, nachdem es in Madrid Großdemonstrationen gegen steigende Kraftstoffpreise gegeben hatte.

Mehr als 70 Prozent der spanischen Fischereiflotte musste aufgrund der gestiegenen Energie- und Dieselkosten vor Anker bleiben. In anderen EU-Ländern, wie Italien und Frankreich, haben Fischer:innen in den letzten Tagen gestreikt.

Der Aufruf wurde von mehr als 20 Minister:innen am Verhandlungstisch unterstützt. „Belgien, Bulgarien, Kroatien, Zypern, Griechenland, Italien, Irland, Lettland, Litauen, Portugal, Rumänien, Slowenien und Spanien sind derzeit mit einer erheblichen Steigerung der Rohstoff- und Energiekosten konfrontiert, die sich in den letzten Wochen weiter verschärft hat“, heißt es in einer Mitteilung.

Viele europäische Schiffe liegen im Hafen, weil die Treibstoffkosten in die Höhe geschossen sind, was die Ausfahrt auf See zunehmend unrentabel macht. „Die Energiekosten sind in der Fischereiindustrie sehr wichtig“, erklärte Planas. So können für Spaniens Fischereibetriebe die Energiekosten rund 50 Prozent der Betriebskosten ausmachen.

Die Europäische Kommission hat sich verpflichtet, eine höhere Schwelle für staatliche Beihilfen im Fischereisektor zuzulassen, um die zusätzlichen Produktionskosten zu bewältigen. In der Zwischenzeit soll ein Krisenmechanismus eingerichtet werden, um die Auswirkungen der Energiepreise auf den Sektor abzumildern.

Ausgleichsmaßnahmen

Planas forderte auch die Aktivierung von Artikel 26 des Europäischen Meeresfonds für Fischerei und Aquakultur, der bei Bedarf zur Unterstützung des Sektors durch Ausgleichsmaßnahmen eingesetzt werden kann.

Um Engpässe zu vermeiden, forderte Planas die Europäische Kommission auf, die „verschiedenen Mechanismen“ zu aktivieren.

Der Minister wies auch darauf hin, dass die Fischereiressourcen schwieriger zu lagern seien als die anderer Sektoren, da sie sehr verderblich seien. Planas fügte hinzu, die gesamte industrielle und kommerzielle Kette müsse berücksichtigt werden: „Wir müssen den Bereichen Fischfang, Aquakultur und Verarbeitung helfen“, sagte er.

Der französische Landwirtschaftsminister und Ratsvorsitzende Julien Denormandie hat die Mitgliedstaaten aufgefordert, zusätzliche Maßnahmen in den von der Krise betroffenen Sektoren zu ergreifen. Dies sollte zusätzlich zu den EU-Hilfen erfolgen, die in den kommenden Tagen festgelegt werden sollten.

In Frankreich sieht der von der Regierung am 16. März vorgelegte Krisenplan für den Zeitraum vom 1. April bis zum 1. Juli einen Rabatt von 15 Cent auf jeden Liter Kraftstoff vor. Den Fischer:innen wurde eine zusätzliche Hilfe gewährt, so dass sie insgesamt 35 Cent pro Liter Rabatt erhalten.

„Als Ratsvorsitzender habe ich den Kommissar erneut um einen ehrgeizigen Unterstützungsplan auf europäischer Ebene gebeten“, erklärte Denormandie am Ende des Tages.

Er erinnerte daran, dass „der Schutz und die Aufrechterhaltung der Arbeit der Fischer:innen“ von entscheidender Bedeutung seien, um „die Souveränität unserer europäischen Länder“ zu gewährleisten.

[Bearbeitet von Nathalie Weatherald]