Brüssel kündigt neuen Plan zur Absatzförderung von Lebensmitteln an
Die Europäische Kommission hat ihren jährlichen Arbeitsplan vorgestellt, mit dem sie die Erzeuger:innen von Lebensmitteln bei der Bewerbung ihrer Produkte in der EU und im Ausland unterstützen will.
Die Europäische Kommission hat ihren jährlichen Arbeitsplan vorgestellt, mit dem sie die Erzeuger:innen von Lebensmitteln bei der Bewerbung ihrer Produkte in der EU und im Ausland unterstützen will.
Im Rahmen der Maßnahmen zur Absatzförderung europäischer Agrarprodukte und Lebensmittel im Jahr 2023 werden 185,9 Millionen Euro an Branchenverbände in der gesamten EU vergeben, um Werbekampagnen innerhalb und außerhalb Europas zu finanzieren.
„Die Förderung der europäischen Agrar- und Lebensmittelerzeugnisse und ihrer Qualität in der EU und weltweit ist ein wichtiger Aspekt der Unterstützung der Landwirt:innen und Erzeuger:innen durch die Kommission“, erklärte Agrarkommissar Janusz Wojciechowski.
Unter dem Motto „Enjoy, it’s from Europe“ zielen diese Kampagnen darauf ab, die Sichtbarkeit von EU-Produkten zu erhöhen und die Anstrengungen der Landwirt:innen bei der Erzeugung hochwertiger Lebensmittel hervorzuheben. Alle Sektoren, mit Ausnahme des Tabaksektors, kommen für EU-Beihilfen infrage.
„Unsere Absatzförderungspolitik hilft ihnen, neue Märkte zu erschließen und den Ruf ihrer Erzeugnisse zu verbessern“, fügte er hinzu.
Nachhaltigkeit und Tierschutz
Dem Plan der Kommission zufolge geht es in diesem Jahr vor allem darum, neue Märkte zu erschließen und gleichzeitig den Agrar- und Ernährungssektor in einer Zeit zu unterstützen, in der die Produktionskosten ständig steigen.
Es geht auch darum, Produkte zu fördern, die „mit Zielen wie der Nachhaltigkeit der EU-Landwirtschaft, der Förderung des Tierschutzes und der Förderung des Verbrauchs von frischem Obst und Gemüse sowie einer gesunden und nachhaltigen Ernährung in Einklang stehen“, passend zu den Zielen der Farm-to-Fork-Strategie, des Flaggschiffs der EU für den Lebensmittelsektor.
Wie bereits 2022 beschlossen, wird die Förderpolitik eine Umstellung auf eine pflanzlichere Ernährung fördern.
For your next vitamin C fix, try Neretvanska mandarina PDO from Croatia. Did you know it is the sugar to acid content that determines the authentic sweetness, freshness and tartness of this European delight? #morethanfood pic.twitter.com/miAPJBRLAI
— More Than Food India (@morethanfoodind) August 10, 2022
Die Werbekampagnen sind auch ein Mittel, um die verschiedenen EU-Siegel, beispielsweise das Bio-Siegel, bekannt zu machen.
„Wir sind teilweise zufrieden“, sagte der EU-Abgeordnete und Berichterstatter für die bevorstehende Reform der Absatzförderungspolitik Salvatore De Meo, Mitglied des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung des Europäischen Parlaments.
Das Budget sinkt von 191,6 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 185,9 Millionen Euro in den Jahren 2022 und 2023.
In Bezug auf den EU-Green Deal und die Farm-to-Fork-Strategie warnte De Meo, dass diese „nicht die Agrar- und Ernährungswirtschaft benachteiligen und ihre Produktionskapazitäten verringern dürfen, da dies unsere Abhängigkeit von Drittländern bei Nahrungsmitteln erhöhen würde.“
Projekte sollten aus seiner Sicht ausschließlich auf der Grundlage ihrer Leistung bewertet und genehmigt werden, und kein Produkt dürfe diskriminiert werden, fügte er hinzu.
Starkes Wachstumspotenzial
Für das Jahr 2023 werden die Zuschüsse für Werbekampagnen mehr oder weniger gleichmäßig zwischen Kampagnen innerhalb und außerhalb der EU aufgeteilt.
Eine der jüngsten Kampagnen mit dem Titel „More than Food India“ ermöglichte es beispielsweise europäischen Unternehmen, in den Jahren 2021 und 2022 Werbekampagnen durchzuführen, um gemeinsam mit lokalen Unternehmen und über lokale soziale Medien für eine bessere Reichweite zu sorgen.
Zu den Produkten, die in Indien beworben wurden, um die Nachfrage nach ihnen zu steigern, gehörten tschechische Äpfel, slowakisches Sauerkraut und Morteau-Würste.
Im nächsten Jahr will die Kommission Länder und Regionen mit „hohem Wachstumspotenzial“ anvisieren, wie China, Japan, Südkorea und Singapur, aber auch Nordamerika, Neuseeland und Australien.
Das Gleiche gilt für das Vereinigte Königreich, das „mit einem Anteil von 25 Prozent an den Ausfuhren der EU-27 [der 27 EU-Länder] einer der wichtigsten Exportmärkte für EU-Agrar- und Ernährungsprodukte“ ist.
Eine Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für die Finanzierung im Jahr 2023 wird am 19. Januar veröffentlicht.
Lesen Sie hier den französischen Originalartikel.
[Bearbeitet von Nathalie Weatherald]