Brüssel will Handykosten im Ausland weiter senken
Wer ab dem 1. Juli mit seinem deutschen Mobiltelefon in einem anderen EU-Land telefoniert, zahlt weniger als bisher. EU-Kommissarin Neelie Kroes erklärt jedoch, dass das "Roamingproblem" noch an der Wurzel gepackt werden muss.
Wer ab dem 1. Juli mit seinem deutschen Mobiltelefon in einem anderen EU-Land telefoniert, zahlt weniger als bisher. EU-Kommissarin Neelie Kroes erklärt jedoch, dass das „Roamingproblem“ noch an der Wurzel gepackt werden muss.
Zum 1. Juli sinken die Roaming-Gebühren weiter, auf maximal 35 Cent für ausgehende und 11 Cent für eingehende Anrufe. Der Empfang von Voicemail-Nachrichten kostet nichts. Zudem sinkt die zulässige Preisobergrenze für Datenroaming von bisher 80 Cent auf 50 Cent pro Megabyte. Das schreiben die von der EU-Kommission geänderten Regeln vor.
Neelie Kroes, für die Digitale Agenda zuständige EU-Kommissarin, erklärte: "Dank dieser neuen Preisobergrenzen werden die Endkundenpreise für in anderen EU-Ländern getätigte oder angenommene Sprachanrufe im kommenden Jahr vorübergehend sinken. Wir müssen die Roamingprobleme aber mit einem dauerhaften strukturellen Lösungsansatz an der Wurzel packen."
Überwachung durch nationale Regulierer
Dies ist die letzte einer ganzen Serie von Preissenkungen entsprechend der derzeit geltenden EU-Roamingverordnung, die im Juni 2012 ausläuft. Nun müssen die nationalen Telekom-Regulierer dafür sorgen, dass die Mobiltelefonanbieter die neuen Vorschriften über das Datenroaming und die Preissenkungen für Sprachanrufe einhalten.
Bei Problemen oder Fragen in Bezug auf die neuen Höchstpreise können sich die Verbraucher an die nationale Regulierungsbehörde des Mitgliedsstaats wenden, in dem ihr Mobilfunkbetreiber niedergelassen ist.
Einem Kommissionsbericht aus letztem Jahr zufolge führen die Regeln nur für den vorgeschriebenen Zeitraum zu niedrigeren Roamingpreisen, das Grundproblem des mangelnden Wettbewerbs auf den Roamingmärkten sei aber nicht behoben. Deshalb wird die Kommission neue Vorschläge für langfristige Regeln vorlegen.
Billigere Sprachanrufe
Der maximale Endkundenpreis (ohne MwSt.) für Roaming-Sprachanrufe wird im Zeitraum vom 1. Juli 2011 bis 30. Juni 2012 gesenkt. So fällt der Minutenpreis für ausgehende Anrufe von derzeit 39 Cent auf 35 Cent und für eingehende Anrufe von 15 Cent auf 11 Cent. Für die Länder, die nicht der Euro-Zone angehören, wird der genaue Betrag anhand des am 1. Juni 2011 im Amtsblatt der EU veröffentlichten Umrechnungskurses berechnet.
Die nationalen Telekom-Regulierer der Mitgliedstaaten müssen dafür sorgen, dass die Mobiltelefonanbieter die neuen Vorschriften über das Datenroaming und die Preissenkungen für Sprachanrufe einhalten. Bei Problemen oder Fragen in Bezug auf die neuen Höchstpreise können sich die Verbraucher an die nationale Regulierungsbehörde des Mitgliedstaats wenden, in dem ihr Mobilfunkbetreiber niedergelassen ist.
Datenroaming
Ab 1. Juli 2011 sinkt die zulässige Preisobergrenze für Datenroaming auf der Vorleistungsebene (d.h. das Entgelt, das sich die Betreiber untereinander in Rechnung stellen) von bisher 80 Cent auf 50 Cent pro Megabyte. Auf der Endkundenebene sieht die derzeit geltende Verordnung für Datendienste keine Preisobergrenze vor.
Verbraucher und Geschäftsreisende werden auch weiterhin vor unerwartet hohen Rechnungen für ihren Datenverkehr über Mobilfunknetze ("Rechnungsschock") geschützt, weil der monatliche Rechnungsbetrag für Datendienste auf 50 EUR begrenzt bleibt, sofern der Kunde nicht ausdrücklich einer anderen Regelung zugestimmt hat.
Hintergrund
Der EU-Ministerrat und das Europäische Parlament führten 2007 auf Vorschlag der Kommission erste Roaming-Preisobergrenzen ein, um dafür zu sorgen, dass Mobilfunkkunden überall in der EU vergleichbare Roamingtarife bezahlen. Im Juli 2009 verabschiedeten sie dann geänderte Vorschriften, um die Roamingpreise schrittweise weiter zu senken, so dass in der EU ab Juli 2011 Roaming-Höchstpreise von 35 Cent pro Minute für ausgehende Anrufe und 11 Cent pro Minute für eingehende Anrufe gelten. Die Roamingvorschriften von 2009 gelten bis Ende Juni 2012.
dto
Ein englischsprachiger Beitrag zu diesem Thema erschien auf EURACTIV.com.
Einen französischsprachigen Artikel zu diesem Thema finden Sie auf EURACTIV.com.
Links
Dokumente
EU-Kommission: Digitale Agenda: Roamingpreise sinken ab 1. Juli (30. Juni 2011)
EU-Kommission: Cheaper roaming services for consumers in the EU
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