Bulgarien rechnet mit rund 500 Millionen Euro für Ukraine-Hilfen
Bulgarien rechnet mit Einnahmen von rund 500 Millionen Euro für die geleistete Ukraine-Militärhilfe. Das Geld soll dabei helfen, das bulgarische Haushaltsdefizit zu tilgen und den Eintritt in die Eurozone zum Januar 2026 einen Schritt näher bringen.
Bulgarien rechnet mit Einnahmen von rund 500 Millionen Euro für die geleistete Ukraine-Militärhilfe. Das Geld soll dabei helfen, das bulgarische Haushaltsdefizit zu tilgen und den Eintritt in die Eurozone zum Januar 2026 einen Schritt näher bringen.
Sofia – Die Einnahmen aus dem Militärgeschäft sind für Bulgarien besonders wichtig. Um der Eurozone zu Beginn des nächsten Jahres beizutreten, will das Land sein Haushaltsdefizit auf drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes senken.
Von Dänemark habe Bulgarien 174 Millionen Euro für zwei Verträge über Militärhilfe-Lieferungen an die Ukraine bekommen. Das solle das Haushaltsdefizit ausgleichen, hieß es seitens der bulgarischen Regierung.
Mindestens 300 Millionen Euro erwartet Sofia zusätzlich von den Vereinigten Staaten und der EU-Kommission als Ausgleich für die Lieferung staatseigener Militärausrüstung an Kyjiw.
„Indem wir der Ukraine helfen, helfen wir uns eigentlich selbst“, sagte Verteidigungsminister Atanas Saprynow.
Bulgarien schickt seine alten, nach sowjetischen Standards hergestellten Militärgeräte in die Ukraine. Mit dem Geld, das es von den NATO-Verbündeten und der EU erhält, kann es in den Kauf neuer westlicher Waffen investieren.
Bulgarien habe bisher sechs Militärhilfepakete an die Ukraine geschickt, darunter Munition, gepanzerte Fahrzeuge und defekte Luftabwehrraketen, die als Ersatzteile verwendet werden sollen, erklärte Saprynow.
Die Regierung hält geheim, was genau nach Kyjiw geschickt wird. Bekannt ist jedoch, dass die Haupthilfe aus Munition und Raketen für die wichtigen S-300-Luftabwehrraketensysteme besteht. Im letzten Jahr schickte Bulgarien 150 gepanzerte Fahrzeuge und selbstfahrende Haubitzen sowjetischer Bauart vom Typ Gvozdika.
Einer der größter Hersteller von Ausrüstung sowjetischer Bauart
Bulgarien zählt zu den größten Eigentümer und Hersteller von Ausrüstung sowjetischer Bauart, die von der ukrainischen Armee gebraucht wird. Während bulgarischen Militärfabriken allmählich mit der Produktion von Munition nach NATO-Standard beginnt, wird in großen Teilen immer noch nach sowjetischem Vorbild produziert. Die Waffen werden nach Asien, Afrika, in den Nahen Osten und in den letzten drei Jahren hauptsächlich in die Ukraine exportiert.
Daten für das Jahr 2023 zeigen, dass die bulgarischen Militärfabriken und Waffenhändler einen Umsatz von 3,2 Milliarden Euro erwirtschaften. Im weltweiten Vergleich ist Bulgarien damit ein mittelgroßen Waffenexporteur.
Trotz der Vorteile für die bulgarische Armee, die gutes Geld für alte Waffen erhält, lehnen prorussischen Kräfte die Militärhilfe für die Ukraine weiterhin ab. Zu den stärksten Gegnern zählen Präsident Rumen Radev, die pro-russische Bulgarische Sozialistische Partei, die Teil der Regierungskoalition ist, und die große kremlfreundliche Partei ‚Wiedergeburt‘.