Bürger rechnen mit Verbesserung der Wirtschaftslage in den nächsten fünf Jahren

Mehr als die Hälfte aller EU-Bürger, die in einer neuen Eurobarometer-Umfrage zu ‚Lissabon’ befragt wurden, haben erklärt, dass sie die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden fünf Jahren positiv einschätzen.

Mehr als die Hälfte aller EU-Bürger, die in einer neuen
Eurobarometer-Umfrage zu ‚Lissabon’ befragt wurden, haben erklärt,
dass sie die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden fünf
Jahren positiv einschätzen.

Nur kurz nachdem die Kommission ihre Vorschläge zur Neubelebung
des nur schleppend vorankommenden Lissabon-Reformprozesses
vorgestellt hat, hat Eurobarometer nun die Ergebnisse einer neuen
Umfrage zum Thema Lissabon-Strategie veröffentlicht. 

In dieser Umfrage wurden EU-Bürger zu verschiedenen Themen
befragt, etwa zu ihrer Einschätzung der sozioökonomischen Situation
in ihrem eigenen Land sowie in der EU, den erforderlichen
Prioritäten für die Verbesserung der europäischen Wirtschaft, der
Sicherung von Arbeitsplätzen und der künftigen
Altersversorgung.

Aus der Umfrage geht hervor, dass mehr als die Hälfte der Bürger
in der EU-25 davon ausgehen, dass sich die wirtschaftliche
Situation in Europa in den nächsten fünf Jahren verbessern werde
[d.h. bis 2010, das Zieldatum der Lissabon-Agenda]. Ein Viertel (24
%) ist der Meinung sie werden sich verschlechtern. In Bezug auf die
Umwelt, zeigten sich 50 % optimistisch (30 % pessimistisch), sowie
auch über die Verbesserung ihrer persönlichen Lebensqualität (48 %
gegenüber 26 %). Was ihre Beschäftigungssituation anbelangt, sind
43 % der Meinung, dass sie sich in den nächsten fünf Jahren
verbessern werde während 40 % mit einer Verschlechterung rechnen.
Die soziale Wohlfahrt wurde von den Europäern eher als
‚unzureichend‘ eingeschätzt und sie gehen von einer weiteren
Verschlechterung in den kommenden fünf Jahren aus.

Insbesondere in den ‚alten’ Mitgliedstaaten der EU ist die
Haltung stark verbreitet, dass die Lebensqualität in Europa besser
sei als anderswo (insbesondere im Vergleich mit den USA, Japan,
China und Indien). In den neuen Mitgliedstaaten ergibt sich indes
ein etwas anderes Stimmungsbild. Hier schätzen lediglich etwas mehr
als ein Viertel der Befragten die Lebensqualität in Europa besser
ein als diejenige in den USA oder Japan.

Laut der Befragten sollten die folgenden Themen Topprioritäten
darstellen: Verbesserung der wirtschaftlichen Leistung der EU und
von Bildung und Ausbildung, mehr Investitionen in Forschung und
Innovation sowie Vereinfachung der geltenden Verfahren und Regeln
zur Unternehmensgründung. 

Die Bürger aus 24 der 25 EU-Mitgliedstaaten sind außerdem der
Meinung, dass der Umwelt (63 %) ein höherer Stellenwert eingeräumt
werden sollte als der Wettbewerbsfähigkeit (24 %) der Wirtschaft.
Lediglich in Litauen gaben die Befragten an, dass die
Wettbewerbsfähigkeit wichtiger sei. 

Die Bürger betrachten Einwanderung als keine Lösung für das
Problem der Alterung der europäischen Bevölkerung und des in
einigen Sektoren herrschenden Mangels an Arbeitskräften. 43 %
sprachen sich für diese Maßnahme aus, während 54 % sie
ablehnten. 

Im Allgemeinen sind die EU-Bürger eher zuversichtlich, was ihren
Arbeitsplatz anbelangt. In Luxemburg sind so gut wie alle Bürger
(97 %) der Meinung, dass ihr Arbeitsplatz sicher sei. Am
pessimistischen sind die Slowaken (51 %). 

Ein anderes Bild zeichnet sich indes bei der künftigen
Altersversorgung ab. Drei Viertel aller Befragten gaben an, sie
seien in dieser Hinsicht „nicht zuversichtlich“.