„Choose France": Macron wirbt um Investitionen aus dem Ausland
Mehr als 200 Führungskräfte aus der ganzen Welt nahmen am Montag (15. Mai) im Schloss von Versailles an Frankreichs führender Investitionskonferenz „Choose France" teil, die Frankreich erneut an die Spitze der EU-Ziele für ausländische Direktinvestitionen stellt.
Mehr als 200 Führungskräfte aus der ganzen Welt nahmen am Montag (15. Mai) im Schloss von Versailles an Frankreichs führender Investitionskonferenz „Choose France“ teil, die Frankreich erneut an die Spitze der EU-Ziele für ausländische Direktinvestitionen stellt.
Internationale Unternehmen sagten im Rahmen von 28 unternehmensspezifischen Projekten in den Bereichen Gesundheit, Verkehr und Energie künftige Investitionen in Frankreich im Rekordwert von rund 13 Milliarden Euro zu. Diese sollen 8.000 neue Arbeitsplätze schaffen.
„Frankreich ist DAS Ziel für ausländische Investoren in Europa. Unsere Wirtschafts- und Steuerpolitik zahlt sich aus“, twitterte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire.
Laut einer jährlichen Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young ist Frankreich das vierte Jahr in Folge das beliebteste Zielland für ausländische Direktinvestitionen in Europa.
Geopolitische Spannungen und Inflationsdruck haben das Wachstum ausländischer Investitionen insgesamt eingeschränkt, dennoch bleibt Frankreich mit 1259 finanzierten Projekten im Jahr 2022 gegenüber 929 im Vereinigten Königreich und 832 in Deutschland der attraktivste Mitgliedstaat für Investitionen, so die Studie.
Atomstrom als Standortvorteil
In einer Rede am Donnerstag (11. Mai) lobte Emmanuel Macron die Bereitschaft seiner Regierung, „die Arbeits- und Kapitalkosten zu senken“, um ausländische Gelder besser anzuziehen. 52 Milliarden Euro an Steuern – sowohl für Unternehmen als auch für Privatpersonen – wurden zwischen 2017 und 2022 gesenkt.
Die billige und CO2-arme Kernenergie habe Frankreich außerdem geholfen, die Energiekrise zu überstehen, die Europa nach Russlands Einmarsch in der Ukraine getroffen hat.
„Wir investieren in unsere Wettbewerbsfähigkeit, und das trägt Früchte“, sagte er damals.
Nach Schätzungen der Regierung wird mehr als die Hälfte aller zugesagten Projekte der Dekarbonisierung der französischen Industrie und Investitionen in saubere Energietechnologien gewidmet sein.
Am Dienstag soll ein Gesetzentwurf zur „grünen Industrie“ und zur Reindustrialisierung vorgelegt werden, der bis zum Sommer im Parlament verabschiedet werden soll.
Auch Elon Musk im Elysée zu Gast
Der „Choose France“ Gipfel, eine Initiative, die Macron in seinem ersten Amtsjahr 2018 aus dem Boden gestampft hat, soll französische und internationale Unternehmen in einem informellen Rahmen zusammenbringen, um den Aufbau von Partnerschaften zu fördern.
Eine Reihe französischer Minister – darunter auch Macron selbst – führten eine Reihe von Einzelgesprächen mit Unternehmensleitern. Dazu gehörte auch der CEO von Twitter, Elon Musk, der wenige Stunden vor Beginn des Gipfels überraschend im Elysée-Palast auftauchte.
„Mit Elon Musk sprachen wir über die Attraktivität Frankreichs und die großen Fortschritte in den Bereichen Elektrofahrzeuge und Energie. Wir haben auch über die digitale Regulierung gesprochen. Wir haben so viel gemeinsam zu tun“, twitterte Macron.
Musk bestätigte nicht, ob er Pläne hat, in Frankreich zu investieren.
[Bearbeitet von Nathalie Weatherald]