COP30: EU-Klimakommissar fordert mehr Geld von China für den Klimaschutz

Die EU drängt China seit Jahren, trotz seiner Entwicklungsländer-Klassifizierung aus den 1990er-Jahren offiziell mehr Verantwortung bei der Klimafinanzierung zu übernehmen.

/ EURACTIV.com
[Euractiv/Omar Havana]

China müsse angesichts seines wachsenden wirtschaftlichen Gewichts deutlich mehr Geld für die globale Klimafinanzierung bereitstellen, sagte der EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra am Dienstag gegenüber Euractiv.

Im Jahr 2024 steuerte die EU mehr als 30 Milliarden Euro zur internationalen Klimafinanzierung bei und ist damit weltweit der größte Geber. China, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, leistet bislang lediglich bilaterale Unterstützung. Gleichzeitig fordern Entwicklungsländer mittlerweile 1,3 Billionen Euro an Klimahilfen – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 100 Milliarden Euro der Vorjahre.

„Was wahr ist, und das ist keine Aussage von mir, sondern von den Vereinten Nationen, ist, dass China laut ihnen ein Land mit hohem mittlerem Einkommen ist. Und sie haben bei der Schaffung von Wohlstand Erstaunliches geleistet“, sagte Hoekstra auf der Energie- und Umweltpolitik-Konferenz von Euractiv.

Mit diesem neu gewonnenen Reichtum seien China, Singapur und die Golfstaaten „wirklich aufgefordert, […] dafür zu sorgen, dass wir dieses Problem wirksamer angehen und mehr Geld auf den Tisch legen“, fügte er hinzu. „Europa hat einfach nicht die finanziellen Mittel, um das alleine zu bewältigen.“

Die EU drängt China seit Jahren, trotz seiner Entwicklungsländer-Klassifizierung aus den 1990er-Jahren offiziell mehr Verantwortung bei der Klimafinanzierung zu übernehmen.

Der Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen sei „wirklich einschneidend“ gewesen, sagte Hoekstra. Gleichzeitig liege Chinas Anteil an den weltweiten Emissionen bei rund 30 Prozent, während die USA 11,5 Prozent verursachten.

Beim New York Climate Summit 2024 im September hatte China angekündigt, seine Emissionen bis 2035 um 7 bis 10 Prozent gegenüber dem Höchststand zu senken – ohne jedoch das Basisjahr für die Berechnung zu nennen. Hoekstra bezeichnete diese Zahl umgehend als „enttäuschend“.

„Eine Zahl, die möglicherweise unter zehn Prozent liegt, hat nicht nur enorme Auswirkungen für China selbst, sondern auch für die globale Klimapolitik insgesamt“, bekräftigte er am Dienstag.

(jl)