Danone zieht Behauptungen über den Gesundheitsnutzen von Joghurt zurück

Der französische Nahrungsmittelkonzern Danone zog gestern (15. April) Bewerbungen zum gesundheitlichen Nutzen zweier seiner meistgekauften Joghurtsorten zurück und führte als Grund an, dass unklar sei, welche wissenschaftlichen Beweise erforderlich seien, um die Behauptungen zu verifizieren.

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Der französische Nahrungsmittelkonzern Danone zog gestern (15. April) Bewerbungen zum gesundheitlichen Nutzen zweier seiner meistgekauften Joghurtsorten zurück und führte als Grund an, dass unklar sei, welche wissenschaftlichen Beweise erforderlich seien, um die Behauptungen zu verifizieren.

Der weltgrößte Joghurthersteller gab bekannt, dass er zwei Bewerbungen für eine europäische Bewertung zum gesundheitlichen Nutzen von Activia und Actimel zurückziehen würde.

Activia ist ein Joghurt von dem Danone behauptet er "fördere die Verdauung"; das Molkereigetränk Actimel soll "die körperliche Abwehr stärken".

Die Entscheidung fiel nachdem mehrere Börsenmakler kürzlich Bedenken angemeldet hatten, dass die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die Gesundheitsbehauptungen Danones zurückweisen könnte, was dem Image der Gruppe und ihrem Börsenkurs schaden würde.

EFSA ist die verantwortliche EU-Behörde, die die wissenschaftliche Begründung der dargelegten Behauptungen überprüft.

Danone kann die Gesundheitsbehauptungen über Activia und Actimel weiterhin drucken, die jeweilige Werbung wurde jedoch in manchen Ländern, darunter Frankreich und Großbritannien, eingestellt.

Das Ergebnis der EFSA-Untersuchung wird von Investoren genau beobachtet, könnte doch eine Bestätigung von Danones Behauptungen zum gesundheitlichen Nutzen ein starkes Marketinginstrument für die Firma werden, deren Strategie auf differenzierten Molkereierzeugnissen mit gesundheitlichem Nutzen basiert die oftmals zu höheren Preisen vertrieben werden.

Finanzchef Pierre-Andre Terisse sagte, dass Danones Entscheidung, sich letztendlich erneut um die Überprüfung der Behauptungen zu bewerben, davon abhänge, ob die Bedingungen der EFSA für eine Verifizierung der Behauptungen bei einem für den 1. Juni angesetzten Treffen ausreichend geklärt würden.

Für Danone war der EFSA-Bewertungsprozess bisher ein eher holpriger Weg. Im April 2009 hatte es bereits Bewerbungen für Activia und Actimel zurückgezogen, da unklar war, welche Daten die EFSA benötigte. Danone brachte Ende letzten Jahres und zu Beginn 2010 erneut Bewerbungen für die zwei Produkte ein.

EU-Gesetzgeber nahmen im Dezember 2006 eine Regulierung über den Zweck von Behauptungen zu Nahrungs- und Gesundheitsnutzen für Lebensmittel an. Die Regulierung schafft harmonisierte EU-weit gültige Regeln für die Nutzung solcher Behauptungen auf Basis der in den Lebensmitteln enthaltenen Nährstoffe. Eines der Schlüsselziele der EU-Gesetzgebung ist es, unfundierte Behauptungen auf Lebensmittelpackungen zu unterbinden.

(EURACTIV mit Reuters)