Davos: Politiker und Unternehmen haben ihre Versprechen nicht gehalten

Ein Bericht, der für das Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums veröffentlicht wurde, kommt zu dem Schluss, dass die Weltgemeinschaft 2004 viel zu wenig für die Lösung globaler Probleme getan hat. Dies führe zu einer Vertrauenskrise gegenüber den politischen und wirtschaftlichen Führungskräften.

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Ein Bericht, der für das Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums
veröffentlicht wurde, kommt zu dem Schluss, dass die
Weltgemeinschaft 2004 viel zu wenig für die
Lösung globaler Probleme getan hat. Dies führe zu
einer Vertrauenskrise gegenüber den politischen und
wirtschaftlichen Führungskräften.

Das Treffen des WEF findet in diesem Jahr unter dem Motto
„Verantwortung für harte Entscheidungen übernehmen“ statt. Im
Mittelpunkt des diesjährigen Treffens stehen eine Reihe schwieriger
Themen wie China, Klimawandel, gerechte Globalisierung, ‚global
governance’, die Führungsrolle der USA und der Welthandel.

Auch zwei von den Vereinten Nationen veröffentlichte Berichte
stehen auf der Tagesordnung des Forums. Einer dieser Bericht
schlägt einen Aktionsplan für die Verwirklichung der
Millennium-Entwicklungsziele vor. Der andere befasst sich mit dem
Thema kollektive Sicherheit. Die Teilnehmer der WEF werden auch
über die Arbeit der Welthandelsorganisation WTO in den kommenden
zehn Jahren diskutieren. 

‚Global Governance’

In ihrem Jahresbericht wirft die Global Governance Initiative
des WEF Politik und Wirtschaft vor, im Jahr 2004 ihre Versprechen
nicht wahr gemacht zu haben. Der Bericht analysiert globale
Aktivitäten in sieben wichtigen Bereichen: Frieden und Sicherheit,
Armut, Hunger, Bildung, Gesundheit, Umwelt und Menschenrechte. Auf
einer Skala von 0 (= Verschlechterung) bis 10 (=Einhaltung der
Versprechen) erhielten die Führer aus Politik und Wirtschaft Noten
von 2 bis 4. Der Bericht kann in keinem der Bereiche Verbesserungen  gegenüber 2003
feststellen. Im Bereich Frieden und Sicherheit fiel die Bewertung
sogar von 3 auf 2. 

Der Schwerpunkt des diesjährigen Berichts liegt auf der Rolle
des gewerblichen Sektors, obgleich betont wird, dass die „größte
Verantwortung für die Verwirklichung der globalen Ziele bei den
Regierungen“ liegt. Unternehmen werden zu folgenden Maßnahmen
angehalten: 

  • In ihren Kerntätigkeiten einen Beitrag zu leisten, indem sie
    bei der Entwicklung von Innovationen Umweltaspekte in den
    Vordergrund stellen und den Armen helfen;
  • An gemeinnützigen Aktivitäten teilzunehmen und sich
    beispielsweise auch über die eigenen Arbeitskräfte hinaus für die
    Bekämpfung und Behandlung von HIV/AIDS in lokalen Gemeinschaften
    einzusetzen oder Fonds für Mikrokredite einzurichten;
  • Praktizierung strategischer ‚Unternehmensphilanthropie’ und
    Durchführung sozialer Investitionen; ein Technologie-Konzern könnte
    beispielsweise Initiativen zur Schließung der digitalen Kluft
    durchführen;
  • Teilnahme an öffentlichen Dialogen auf eine transparente und
    verantwortungsbewusste Weise. 

Trotz einer Reihe von Versäumnissen im Jahr 2004 kommt der
Bericht in Bezug auf die UN-Berichte über die kollektive Sicherheit
und der Verwirklichung der Millenniumsziele zu dem Schluss, dass
„2005 ein Jahr der Richtungsänderung“ werden könnte. Sollten die
Ziele erfolgreich umgesetzt werden, könne dies ein Katalysator für
wichtige Veränderungen darstellen. Darüber hinaus verweist der
Bericht auf die Möglichkeiten der Verhandlungen über den Handel mit
Agrarprodukten, die derzeit im Rahmen der Doha-Runde der WTO
stattfinden.