Deutsche Gasknappheit könnte Exporte nach Europa verhindern

Die deutsche Gasversorgung ist in Alarmbereitschaft, und die Prognosen der Regierung deuten auf einen harten Winter hin, was zu der schwierigen Entscheidung führt, entweder die europäischen Länder weiter zu beliefern oder das Gas für einheimische Bevölkerung zu behalten.

Euractiv.de
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Sollte der Gasfluss durch Nord Stream 1 bei 40 Prozent bleiben und Deutschland das Niveau seiner Exporte in die europäischen Nachbarländer beibehalten, könnte es Anfang Februar 2023 zu einer Gasknappheit kommen, prognostiziert die Bundesnetzagentur.

Die deutsche Gasversorgung ist in Alarmbereitschaft, und die Prognosen der Regierung deuten auf einen harten Winter hin, was zu der schwierigen Entscheidung führt, entweder die europäischen Länder weiter zu beliefern oder das Gas für einheimische Bevölkerung zu behalten.

Der staatliche russische Gasriese Gazprom hat die Durchflussmenge von Nord Stream 1 auf 40 Prozent der Kapazität reduziert.

Da die Pipeline im Juli gewartet werden soll, befürchtet man in Berlin und in der Branche, dass die Gasflüsse danach nicht wieder aufgenommen werden könnten, was Deutschland in eine echte Zwickmühle bringen würde.

Die Vermeidung einer Gasknappheit „ist nur unter der Voraussetzung möglich, dass wir kein Gas aus unseren Speichern in europäische Nachbarländer weiterleiten“, erklärte Robert Habeck, der deutsche Vizekanzler, am Donnerstag.

Sollte der Gasfluss durch Nord Stream 1 bei 40 Prozent bleiben und Deutschland das Niveau seiner Exporte in die europäischen Nachbarländer beibehalten, könnte es Anfang Februar 2023 zu einer Gasknappheit kommen, prognostiziert die Bundesnetzagentur.

Neunzehn Terawattstunden (TWh) Gas würden fehlen, wenn nicht 20 Prozent der Gaseinsparungen und erhebliche Flüssiggas-Importkapazitäten im Wert von 13 Milliarden Kubikmetern aufgebaut werden könnten.

Ohne das Gas aus Nord Stream 1 und weitere Exporte wäre die Situation noch schlimmer. Ab Mitte Dezember käme es zu Engpässen in Höhe von insgesamt 107 Terawattstunden. Bei 20 Prozent Gaseinsparung und vorhandener LNG-Importkapazität würden noch immer 44 Terawattstunden fehlen.

Die Verringerung der Gasflüsse wird auf 60 Prozent der normalen Exporte in andere europäische Länder geschätzt, basierend auf der Verringerung vom 16. bis 20. Juni.

Ohne russisches Gas im nächsten Winter wird Deutschland bereits Mitte Dezember vor einer schwierigen Entscheidung stehen. Wenn die Nachbarländer beliefert werden, muss die deutsche Industrie möglicherweise ohne Gas auskommen.