Deutsche Stahlindustrie will Emissionshandel stoppen [DE]
Die deutsche Wirtschaftsvereinigung Stahl fordert die Kommission dazu auf, das CO2-Emissionshandelssystem (EU-ETS) zu stoppen, bis die Zuteilung von Emissionsberechtigungen überarbeitet worden ist.
Die deutsche Wirtschaftsvereinigung Stahl fordert die Kommission dazu auf, das CO2-Emissionshandelssystem (EU-ETS) zu stoppen, bis die Zuteilung von Emissionsberechtigungen überarbeitet worden ist.
Die deutsche Eisen- und Stahlindustrie sieht bei der Zuteilung der Zertifikate „ungleiche Behandlung“, da Betriebe gleicher Größe in anderen EU-Ländern mehr Berechtigungen erhielten als sie, was letztlich zu einer „massiven Wettbewerbsverzerrung“ führe.
Der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Dieter Ameling, sagte der Financial Times Deutschland am 25. Januar, dass der deutsche Allokationsplan sehr viel strenger sei als die entsprechenden französischen und britischen Zuteilungsregelungen. In diesen Ländern (genannt werden auch Italien, die Niederlande und Österreich) würden Emissionszertifikate im Übermaß ausgeteilt, was dazu führe, dass Konkurrenten ihre Produktion ausdehnen könnten ohne zusätzliche Zertifikate kaufen zu müssen.
Ameling fordert daher, dass die Kommission die Zuteilungskriterien für die zweite Handelsperiode (2008-2012) rechtzeitig überarbeitet. Bis dahin sollte das EU-ETS gestoppt werden. Die EU-Mitgliedstaaten müssen ihre Nationalen Allokationspläne (NAP) für den nächsten Handelszeitraum bis zum 30. Juni 2006 vorlegen.
Deutsche Energie- und Industrieanlagen dürfen im Zeitraum 2005-2007 503 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen. Für 2008-2012 sind 465 Millionen Tonnen vorgesehen.