Deutschland verhindert islamistischen Terroranschlag [DE]

Die deutsche Polizei hat mit der Festnahme drei junger Islamisten, die eine Reihe von Sprengstoffanschlägen vorbereiteten, am 5. September 2007 einen Terroranschlag verhindert. Am gleichen Tag debattierte das Europaparlament über die Strategie der EU zur Terrorismusbekämpfung.

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Die deutsche Polizei hat mit der Festnahme drei junger Islamisten, die eine Reihe von Sprengstoffanschlägen vorbereiteten, am 5. September 2007 einen Terroranschlag verhindert. Am gleichen Tag debattierte das Europaparlament über die Strategie der EU zur Terrorismusbekämpfung.

Die drei gescheiterten islamistischen Attentäter wurden im abgelegenen Städtchen Oberschledorn in Nordrhein-Westfalen festgenommen. Alle drei sind in Deutschland aufgewachsen und zwei von ihnen sind Deutsche im Alter von 28 und 19 Jahren, die zum Islam übergetreten waren. Alle drei hatten an einer terroristischen Ausbildung in Pakistan teilgenommen. Sie stehen in Verbindung mit der Gruppe „Islamische Dschihad Union“, die bereits Terroranschläge gegen israelische und US-amerikanische Ziele verübte.

In einer Garage im Schwarzwald, rund 400km vom Ort ihrer Festnahme, hatten die Attentäter mehr als 700kg Wasserstoffperoxidlösung gelagert. Die Chemikalie sollte zur Herstellung von Sprengstoff verwendet werden, der stärker gewesen wäre, als der, der bei den Attentaten auf Züge in Madrid im Jahr 2004 verwendet worden war.

Berichten zufolge hatten die drei Verhafteten Geschäfte, Restaurants und Diskotheken im Raum Frankfurt, in denen Personal der US-Armee regelmäßig verkehrt, als mögliches Ziel ausgewählt. Die geplanten Anschläge könnten jedoch auch in Zusammenhang mit dem Einsatz des deutschen Militärs in Afghanistan und einer geplanten Debatte des deutschen Bundestages zur Verlängerung des Bundeswehrmandates für Afghanistan gesehen werden.

Der EU-Kommissar für Justiz, Freiheit und Sicherheit Franco Frattini äußerte sich in einer Parlamentsdebatte zur Terrorismusbekämpfung zu den Ereignissen: Am Morgen habe man erfahren, dass mutmaßliche Terroristen in Frankfurt verhaftet wurden und der deutsche Verteidigungsminister sagte, ein Anschlag hätte unmittelbar bevorgestanden. Frattini stellte die Frage, ob man der Meinung sei, dass in all diesen Fällen keine Ergebnisse erreicht worden seien, und drückte seine Anerkennung dafür aus, dass ein Terroranschlag in der Endphase der Vorbereitungen verhindert worden sei. Dies zeige jedoch, so Frattini, dass es keinen Raum gebe für Selbstgefälligkeit oder nachlassende Wachsamkeit.

In der gleichen Diskussion hat der Vorsitzende der Konservativen Joseph Daul die geplanten Anschläge als einen Beweis angeführt, wie wichtig es sei, den EU-Koordinator für Terrorismusbekämpfung Gijs de Vries zu ersetzen. Terroristische Organisationen arbeiteten in Netzwerken und nutzten die fortschrittlichsten Technologien, um ihre Missionen durchzuführen. Nur, wenn man wesentliche gemeinsame Investitionen tätige, in Hinblick auf Geheimdienste, finanzielle Ressourcen und Arbeitreserven, habe man eine Chance, diese Netzwerke auszuschalten.

Vor dem Ausschuss für Heimatschutz des US-Repräsentantenhauses nannte Michael Chertoff, US-Minister für innere Sicherheit, die verhinderten Anschläge eine ‚ernüchternde Erinnerung’ an die Tatsache, dass sechs Jahre nach den 9. September die Intentionen von Al-Qaida und derren Verbündeten, Krieg gegen den Westen und die Vereinigten Staaten zu führen, unvermindert blieben.