Die Städte und der Klimawandel
In den Städten wird weltweit die meiste Energie verbraucht. Ihr Anteil an globalen Treibhausgasemissionen ist immens. Welche Rolle spielt die städtische Politik bei der Reduzierung des Energiebedarfs? Wie kann die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel verbessert werden? Die neue OECD-Studie "Cities and Climate Change" zeigt, wie wichtig es ist, den Klimawandel auf allen staatlichen Ebenen anzugehen.
In den Städten wird weltweit die meiste Energie verbraucht. Ihr Anteil an globalen Treibhausgasemissionen ist immens. Welche Rolle spielt die städtische Politik bei der Reduzierung des Energiebedarfs? Wie kann die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel verbessert werden? Die neue OECD-Studie „Cities and Climate Change“ zeigt, wie wichtig es ist, den Klimawandel auf allen staatlichen Ebenen anzugehen.
Wie können Stadt- und Regionalverwaltungen mit anderen staatlichen Ebenen zusammenarbeiten, um den Klimawandel anzugehen? Lokales Engagement durch "klimabewusste" Stadtplanung und -Verwaltung kann dazu beitragen, die nationalen Klimaschutzziele zu erreichen und einen Konsens zwischen ökologischen und ökonomischen Prioritäten auf lokaler Ebene zu finden. Dies geht aus einer neuen Studie der OECD ("Cities and Climate Change") hervor, die sich an politische Entscheidungsträger, Forscher und alle richtet, die sich für Urbanisierung und Klimapolitik interessieren.
Der Studie zufolge wird in den Städten weltweit die meiste Energie verbraucht. Zudem sind sie für den größten Anteil an den globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Gleichzeitig sind sie durch das Steigen des Meeresspiegels, durch wärmere Temperaturen sowie zerstörerische Stürme, die auf den Klimawandel zurückzuführen sind, besonders gefährdet: Bis 2070 werden 150 Millionen Stadtbewohner, die neun Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Küstenstädte produzieren, der vollen Wucht des Klimawandels ausgesetzt sein.
Sofort mit der Umgestaltung beginnen
"Städte liegen im Zentrum des Problems und sind angesichts ihrer Rolle als Hauptenergiekonsument auch ein notwendiger Teil der Lösung des Klimawandels", sagt OECD-Generalsekretär Angel Gurria. "Die städtischen Entscheidungsträger sollten sofort mit der Umgestaltung der Zukunft ihrer Städte beginnen. Dabei sollten sie eine bessere Stadtplanung und -Verwaltung nutzen, um den Energieverbrauch sowie Treibhausgasemissionen zu reduzieren und ihre Infrastruktur belastbarer zu machen."
Die OECD identifiziert optimale Vorgehensweisen in den Bereichen Energie, Wohnungswesen, Stadtplanung, öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), die den Beitrag der Städte zum Klimawandel limitieren und dabei helfen, sich an die erwarteten Auswirkungen anzupassen.
Weniger CO2-Emissionen in Korea und Japan
In Korea und Japan verursachen Städte mit hoher Bevölkerungsdichte pro Kopf weniger CO2-Emissionen als die sich ausdehnenden Stadtgebiete in Australien, Kanada oder den Vereinigten Staaten. Die Treibhausgasemissionen von New York liegen weit unter denen von Los Angeles – dank der kompakteren Form und der Tatsache, dass man sich mehr auf den ÖPNV verlässt.
Grundsatzentscheidungen können den Städten dabei helfen, dieses Missverhältnis in Angriff zu nehmen. Eine bessere Landesplanung und die Beseitigung einer Grundsteuer, die Einzelbesitzer-Bebauung bevorzugt, könnten die Ausdehnung der Städte verringern. Eine größere finanzielle Unterstützung des ÖPNV könnte Stadtbewohner davon überzeugen, ihre Autos zu Hause zu lassen. Die City-Maut in Städten von London über Stockholm bis Seoul hat gezeigt, dass eine Besteuerung der Fahrer Verhaltensweisen ändern und die Umweltverschmutzung reduzieren kann.
Signifikante Vorab-investitionen
Der Schritt zu CO2-armen Städten erfordert signifikante Vorab-Investitionen in saubere Infrastruktur. Neue finanzielle Instrumente – wie städtische Kohlenstoff-Märkte, Systeme für den Handel mit Emissionsrechten und Beihilfen, die Umweltverträglichkeit zum Schlüssel-Kriterium machen – könnten zur Zahlung der "grünen Lösungen" von Städten beitragen. Miami, Hong Kong, Mailand und Bogotá haben intelligente grüne Kommunalsteuern eingeführt, um ihr ÖPNV zu finanzieren.
Dem Bericht zufolge können Städte und Landesverwaltungen Versuchsräume für Maßnahmen zum Klimawandel sein. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass örtliche Initiativen mit anderen staatlichen Ebenen koordiniert werden müssen.
Links
Weitere Informationen und Bezugsquellen finden Sie unter: www.oecd.org/de/citiesandclimatechange
Direktzugang zum Bericht für Abonnenten der neuen Online-Bibliothek OECD iLibrary: www.oecd-ilibrary.org/governance/cities-and-climate-change_9789264091375-en
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