"Ein starker Euro ist keine Bedrohung" [DE]
Die Finanzminister des Euroraums haben Befürchtungen Frankreichs, das kürzliche Hoch des Euros im Vergleich zum US-Dollar könne das Wirtschaftswachstum drosseln, als unbegründet zurückgewiesen.
Die Finanzminister des Euroraums haben Befürchtungen Frankreichs, das kürzliche Hoch des Euros im Vergleich zum US-Dollar könne das Wirtschaftswachstum drosseln, als unbegründet zurückgewiesen.
Das stetige Wachstum des Euros wurde teilweise durch Spekulationen vorangetrieben, die Europäische Zentralbank (EZB) könnte den Zinssatz schneller als die amerikanische und japanische Zentralbank erhöhen.
Diese Aufwertung hat dazu geführt, dass Ökonomen und Unternehmer fordern, die EZB solle diesen Kreislauf der Steigerung der Zinssätze im nächsten Jahr stoppen. EZB-Chef Jean-Claude Trichet hat jedoch vernehmen lassen, die Bank sei darauf eingestellt, die Kosten der Kreditaufnahme im Dezember von 3,25% auf 3,5% – zum sechsten Mal in diesem Jahr – zu erhöhen.
Frankreich, dessen Wirtschaft im dritten Quartal 2006 nach einer soliden Entwicklung in den Vormonaten nicht mehr gewachsen ist, ist verstärkt bemüht, die Aufwertung des Euros zu bremsen, da ein zu starker Euro dem Export schadet.
Viele Ökonomen stimmen der Einschätzung zu, dass ein zu starker Euro das Wirtschaftswachstum in der Eurozone im nächsten Jahr durch die Verringerung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit um bis zu 1% schwächen könnte.
Die Ökonomen gehen davon aus, dass die von der EZB betriebene Straffung der Geldpolitik im nächsten Jahr noch stärker spürbar sein wird. Für das Jahr 2007 wird aufgrund der negativen Entwicklung der Weltwirtschaft, des hohen Ölpreises und der straffen Maßnahmen Deutschlands und Italiens zur Haushaltskonsolidierung ein geringeres Wirtschaftswachstum in der Eurozone erwartet (siehe EURACTIV vom 25. Oktober 2006).