EIT Chef wehrt sich gegen Vorwurf der Monopolstellung [DE]
Der Vorsitzende des Europäischen Instituts für Technologie (EIT), Martin Schuurmans, wies Vorwürfe eines führenden Gelehrten von sich, der beklagte, die Vorzeigeprojekte des Instituts, würden sich nach Fertigstellung in „Monopole des Wissens“ entwickeln.
Der Vorsitzende des Europäischen Instituts für Technologie (EIT), Martin Schuurmans, wies Vorwürfe eines führenden Gelehrten von sich, der beklagte, die Vorzeigeprojekte des Instituts, würden sich nach Fertigstellung in „Monopole des Wissens“ entwickeln.
Bengt-Åke Lundvall, Professor an der wirtschaftlichen Fakultät der Aalborg Universität in Dänemark verglich auf der ersten von sechs Debatten, die als Teil des Europäischen Jahrs der Kreativität und Innovation stattfinden, die „Wissens- und Innovationsgemeinschaften“ (KIC) mit dem Unternehmen Airbus und beklagte, der Mangel an Wettbewerb führe zu weniger Innovationen.
Er sei nicht sehr glücklich mit den KIC und würde sie gerne in „konkurrierende Gemeinschaften“ umbenennen. Er denke, die EU schaffe mit den KIC zwei oder drei Wissensmonopole. Seiner Erfahrung nach, sei Wettbewerb sehr effizient in der Motivation von Wissenschaftlern, Forschern und Unternehmern, meinte Lundvall.
Er kritisiere immer das so genannte Airbus Syndrom, die Vorstellung, dass Dinge besser liefen, wenn man alle Ressourcen bündele, anstatt sich auf den Wettbewerb zu verlassen. Dem widerspreche er rigoros.
Schuurmans wies diese scharfe Kritik zurück und bestand darauf, die KIC führten zu einer effizienteren Nutzung von Forschungsaktivitäten, indem sie eine große Anzahl von Wissenschaftlern, Studenten und Wirtschaftsvertretern zusammenbringe.
Wettbewerb sei ein essentieller Bestandteil der KIC. Weiterhin warnte er vor zu großmaschig geknüpften Netzwerken und fügte hinzu, die EIT werde den Fortschritt in der Innovation innerhalb der EU beschleunigen.
Es gäbe genügend Kapazitäten zur Forschung in Europa, jetzt käme es nur noch darauf an, diese Kapazitäten so zu verwenden, dass man den maximalen Nutzen daraus ziehen könne. Laut dem Vorsitzenden der EIT, würden die KIC „Netzwerke der Exzellenz“ werden und Forscher für ein bestimmtes Gebiet zusammenbringen. Jede einzelne dieser Gemeinschaften werde „größere Knoten“ haben, Orte, an denen die Mitarbeiter auch physisch zusammen arbeiten könnten.
Für jede Forschungsgemeinschaft könne, je eine der teilnehmenden Forschungsinstitute, diesen Ort für eine bestimmte Zeit stellen und Wissenschaftler auf dem eigenen Campus zusammenbringen. Alle teilnehmenden Universitäten würden durch eine größere Anzahl an Publikationen, mehr Forschungsergebnisse und Fortbildung des Personals von dem Netzwerk profitieren.
Eine Forschungsgemeinschaft werde eine Lebenszeit von zwischen sieben und 15 Jahren haben und insgesamt zwischen 50 Millionen und 100 Millionen Euro pro Jahr ausgeben. Trotzdem gab Schuurman zu, dass das Budget niedriger sei, als er geplant habe.
Das 300 Millionen Euro umfassende Budget des Instituts sei offensichtlich nicht ausreichend, sagte er, aber es müsse ausreichen um das Projekt in Gang zu bekommen. Später müssten die Gemeinschaften private Investoren rekrutieren und bereits existierende öffentliche Förderung für sich nutzen.
In der Auswahl der zukünftigen KIC, zu Anfang des nächsten Jahres, werde die EIT ihr Augenmerk auf Projekte zu den Themen der nachhaltigen Energie, dem Klimawandel und der Informationsgesellschaft legen. Schuurman sagte, der EIT sei auch unter Druck, sein Aufgabenbereich auf Gesundheitspflege und Nahrungmittel auszuweiten.