ENA-Präsident: "EU nicht ausschließlich für Diplomaten und Lobbyisten" [DE]
Kürzlich hat Frankreichs bekannteste Elite-Universität, die Ecole Nationale d’Administration (ENA), einen Kurs über EU-Angelegenheiten für Führungskräfte ins Leben gerufen. EURACTIV sprach mit ENA-Direktor Antoine Durrleman über die Ziele des Programms.
Kürzlich hat Frankreichs bekannteste Elite-Universität, die Ecole Nationale d’Administration (ENA), einen Kurs über EU-Angelegenheiten für Führungskräfte ins Leben gerufen. EURACTIV sprach mit ENA-Direktor Antoine Durrleman über die Ziele des Programms.
Mehr als ein Jahr, nachdem Frankreich die europäische Verfassung abgelehnt hat, und kurz vor den Präsidentschaftswahlen, drängt Durrleman auf die Notwendigkeit, die französische Elite mit den Abläufen in den EU-Institutionen vertraut zu machen.
Das von der ENA am 27. Oktober 2006 ins Leben gerufene Programm dient dazu, die Wissenslücken über die Europäischen Union von hochrangigen Beamten, Parlamentariern, den Vertretern von Unternehmensverbänden und Gewerkschaften und anderen Repräsentanten der Zivilgesellschaft und auch von Journalisten zu schließen.
Europa werde immer noch als eine Angelegenheit für Diplomaten und Lobbyisten wahrgenommen, sagte Durrleman in einem Interview mit EURACTIV. Mit dem neuen Kurs sollen Wissen über die EU für Nichtspezialisten vermittelt und vor allem die „Handelsgeheimnisse“ der EU verdeutlicht werden.
Das Programm soll die Zielgruppe mit den Entscheidungsträgern in den EU-Institutionen in Brüssel und auch außerhalb der europäischen Hauptstadt in Kontakt bringen.
Durrleman sagte, dass der Kurs aus diesem Grund auch sehr mobil gestaltet sei, indem Simulationsübungen und Fallstudien in Brüssel, Luxemburg, Straßburg, London, Madrid, Warschau und Budapest abgehalten würden.
Die Idee sei, dort zu sein, wo Europa gestaltet werde, erläuterte Durrleman.
Der Kurs wird aber nicht nur auf Entscheidungsträger beschränkt sein. Durch Kontakt zu wichtigen Akteuren auf europäischer Ebene soll auch der Entscheidungsfindungsprozess beeinflusst werden. Europa sei heute viel komplexer als früher. Dies liege nicht nur daran, dass die EU bald 27 Mitgliedstaaten habe, sonder auch daran, dass es immer mehr nationale und professionelle Akteure gäbe, so Durrleman.
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