Enthüllungen nehmen Credit Suisse und Pressefreiheit in der Schweiz ins Visier
Credit Suisse hat dubiose Kunden bedient und ihnen geholfen, illegal erworbenes Vermögen auf Schweizer Bankkonten zu deponieren. Dies geht aus einer internationalen, journalistischen Recherche namens "Suisse Secrets" hervor.
Die Schweizer Bank Credit Suisse hat dubiose Kunden bedient und ihnen geholfen, illegal erworbenes Vermögen auf Schweizer Bankkonten zu deponieren. Dies geht aus einer internationalen, journalistischen Recherche namens „Suisse Secrets“ hervor.
Laut der Recherche waren einige der Kunden der Credit Suisse offenbar ein ehemaliger philippinischer Diktator, ein jemenitischer Spionagechef, verurteilte Kriminelle und korrupte Politiker:innen. Auch Beamte in Nigeria, Venezuela und anderen Ländern waren unter ihnen.
Die von der Süddeutschen Zeitung und dem Organised Crime and Corruption Reporting Project geleitete und von 46 weiteren Medienorganisationen unterstützte Recherche wurde durch einen Whistleblower ausgelöst, der für die Credit Suisse arbeitete und Daten über 18.000 Bankkonten und 30.000 Kunden der Credit Suisse lieferte.
Einige Konten wurden bereits in den 1940er Jahren eröffnet, andere waren bis weit in das letzte Jahrzehnt hinein offen, wie die Untersuchung ergab.
In einer Erklärung wies die Credit Suisse darauf hin, dass die „dargestellten Sachverhalte überwiegend historisch sind“ und dass die Gesetze, Praktiken und Erwartungen an die Banken damals anders gewesen seien.
Der Koalition investigativer Journalisten gehörten keine Schweizer Medienpartner an, da ein Schweizer Gesetz aus dem Jahr 2015 das Schweizer Bankgeheimnis verschärft hat und Journalisten dem Risiko einer Strafverfolgung und einer Gefängnisstrafe ausgesetzt sind, wenn sie Informationen über Kund:innen von Schweizer Banken veröffentlichen.
Als Reaktion auf die Untersuchung kündigte die sozialdemokratische Abgeordnete Samira Marti via Twitter an, dass die Sozialdemokraten in der nächsten Legislaturperiode eine Änderung des Gesetzes vorschlagen würden.