Entscheidung über FCAS-Kampfflugzeug auf unbestimmte Zeit verschoben
Eine mögliche Lösung besteht darin, mit zwei separaten Flugzeugen fortzufahren, die jeweils an die Bedürfnisse Deutschlands oder Frankreichs angepasst sind
Deutschland und Frankreich konnten ihre Absicht, den drohenden Konflikt um das Projekt FCAS (Future Combat Air System) für Kampfflugzeuge der nächsten Generation bis zum Jahresende zu lösen, nicht aufrechterhalten, wie ein Sprecher der deutschen Bundesregierung bestätigte.
Die Fortschritte bei dem gemeinsamen 100-Milliarden-Euro-Projekt sind aufgrund von Streitigkeiten zwischen Frankreichs und Deutschlands Luft- und Raumfahrtchampions über Führung und Arbeitsverteilung ins Stocken geraten. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron hatten sich zum Ziel gesetzt, den seit langem schwelenden Konflikt über Europas Vorzeige-Verteidigungsprogramm, das Future Combat Air System (FCAS), bis Ende 2025 zu lösen.
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„Entgegen dem ursprünglichen Plan ist eine endgültige Entscheidung über die Fortführung des FCAS-Projekts bis Ende des Jahres noch nicht gefallen“, sagte ein Sprecher der deutschen Regierung gegenüber Euractiv. Einen neuen Termin für eine Entscheidung konnte der Regierungssprecher zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen.
Drohnen und eine digitale Kampfwolke
Das künftige Kampfflugzeug, das zusammen mit einem Netzwerk von Drohnen und einer digitalen Kampfwolke eingesetzt werden soll, wird voraussichtlich ab 2040 die derzeitigen Luftflotten der drei Partnerländer Deutschland, Frankreich und Spanien ersetzen. Jede weitere Verzögerung des Projekts würde diesen Zeitplan gefährden.
Merz, Macron und der spanische Premierminister Pedro Sánchez hatten geplant, das Thema am Rande der Brüsseler Gipfeltreffen Mitte Dezember zu erörtern, aber es folgte keine Ankündigung.
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„Die umfangreiche deutsch-französische Agenda zu außen- und sicherheitspolitischen Themen hat es bisher nicht möglich gemacht, das Thema eines gemeinsamen Kampfflugzeugs auf der Ebene des Präsidenten und des Kanzlers anzusprechen“, so der deutsche Sprecher.
In der Vergangenheit haben die Hauptauftragnehmer des Projekts, Airbus Defence (Deutschland) und Dassault (Frankreich), öffentlich ihre Meinungsverschiedenheiten über den Arbeitsplan geäußert, was ernsthafte Zweifel an der Fortsetzung des Projekts aufkommen ließ, wobei beide Seiten argumentierten, dass sie ohne den anderen besser dran wären.
Eine mögliche Lösung besteht darin, mit zwei separaten Flugzeugen fortzufahren, die jeweils an die Bedürfnisse Deutschlands oder Frankreichs angepasst sind, und das Kernstück des Projekts, die Kampfwolke und die autonomen Drohnen, gemeinsam weiterzuentwickeln.
(ow)