EP fordert Verbot von geklontem Essen

Das Europäische Parlament wiederholte gestern (7. Juli) seinen Protest gegen Milch- und Fleischprodukte von geklonten Tieren. Damit übte es Druck auf die Kommission aus, auf diese Art produzierte Lebensmittel zu verbieten.

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Das Europäische Parlament wiederholte gestern (7. Juli) seinen Protest gegen Milch- und Fleischprodukte von geklonten Tieren. Damit übte es Druck auf die Kommission aus, auf diese Art produzierte Lebensmittel zu verbieten.

In der Abstimmung am Mittwoch bestätigte das Parlament seine Position aus der ersten Lesung, Lebensmittel aus geklonten Tieren oder deren Nachkommen aus einer EU-Regulierung zu „neuartigen Lebensmitteln“ auszuschließen.

Die Kommission und die EU-Mitgliedsstaaten möchten den Verkauf neuartiger Lebensmittel regulieren. Diese werden als Lebensmittel definiert, die durch neue Herstellungsweisen produziert werden oder die vor 1997 nicht weit verbreitet waren.

Doch die Europaabgeordneten haben einen restriktiveren Ansatz gewählt und die Kommission gebeten, einen separaten Gesetzesvorschlag zu unterbreiten, der ausdrücklich Lebensmittel aus geklonten Tieren und deren Nachkommen verbietet.

Wenn EU-Länder die Position des Parlaments zurückweisen, wird ein Schlichtungsverfahren begonnen werden, um einen Kompromiss zu finden.

In der Zwischenzeit wünscht das Parlament einen Stopp aller Lebensmittelverkäufe aus Klontieren, eine Position, die es aufrechterhalten hat, seitdem es 2008 zuerst einen Beschluss zu der Frage verabschiedete.

Der ursprüngliche Vorschlag der Kommission zu der Richtlinie über neuartige Lebensmittel hätte solche Nahrungsmittel reguliert, die aus geklonten Tieren stammten, aber nicht die ihrer traditionell gezüchteten Nachkommen. EU-Mitgliedsstaaten möchten beides von den neuen Regeln angesprochen sehen.

Nein zu Nano-Essen, bis die Risiken bekannt sind

Zu Lebensmitteln mit Nano-Bestandteilen sprach sich das Parlament gleichermaßen deutlich aus. Während es sagte, dass Nano-Bestandteile in Nahrungsmitteln EU-Regulierungen unterworfen sein sollten, forderte es einen Stopp ihres Gebrauchs, bis spezielle Risikotests sie als sicher erwiesen hätten.

Zusätzlich will das Parlament klare Beschriftungen, um Verbraucher davor zu warnen, dass das Essen, das sie konsumieren, Nano-Bestandteile enthält.

Handelsprobleme in Sicht?

Die Sicherheit von Nahrung, die aus Klontieren produziert wird, wird derzeit nicht von EU- oder US-Behörden in Frage gestellt (EURACTIV 18.01.08; EURACTIV 25.07.08).

Jedoch hat die US-Behörde für Lebensmittel und Medikamente amerikanische Bauern dazu ermutigt, ihre geklonten Tiere für eine unspezifizierte Übergangsphase freiwillig nicht auf den Markt zu bringen. Die Absicht sei es, dem amerikanischen Landwirtschaftsministerium Zeit zu geben, um mit allen Beteiligten in der Industrie zusammenzuarbeiten, um „einen glatten und problemlosen Übergang dieser Produkte auf den Markt zu garantieren“.

Die Forderung des Europäischen Parlaments nach einem kompletten Verbot von Lebensmitteln aus Klontieren könnte also, wenn es von allen 27 Mitgliedsstaaten befolgt wird, in der Zukunft zu einem weiteren bitteren transatlantischen Nahrungsstreit führen.

Beispiele von großen EU-US-Handelsdisputen im Bereich Essen und Landwirtschaft waren Streitigkeiten zu genetisch manipulierten Organismen, mit Hormonen behandeltem Rindfleisch und gechlortem Hühnchen.