Erdogan fordert Anerkennung der Republik Nordzypern

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat am Montag (12. Juni) seine Forderung nach der internationalen Anerkennung Nordzyperns bekräftigt und wählte die Insel zum Ziel seines ersten Staatsbesuches nach seiner Wiederwahl aus.

EURACTIV mit Reuters
Kktc(turkish,Republic,Of,Northern,Cyprus),-,17,January,2012:,Flag
Zwei Wochen nach seiner Wiederwahl traf Erdogan den nordzypriotischen Präsidenten Ersin Tatar, dessen Regierung nur von der Türkei anerkannt wird. "Wenn es eine Rückkehr an den Verhandlungstisch geben soll, ist der Weg dahin die Anerkennung des Nordens", erklärte Erdoğan. [<a href="https://www.shutterstock.com/de/g/mehmet+ali+poyraz" target="_blank" rel="noopener">Shutterstock/Mehmet Ali Poyraz</a>]

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat am Montag (12. Juni) seine Forderung nach der internationalen Anerkennung Nordzyperns bekräftigt und wählte die Insel zum Ziel seines ersten Staatsbesuches nach seiner Wiederwahl aus.

Zwei Wochen nach seiner Wiederwahl traf Erdogan den nordzypriotischen Präsidenten Ersin Tatar, dessen Regierung nur von der Türkei anerkannt wird.

„Wenn es eine Rückkehr an den Verhandlungstisch geben soll, ist der Weg dahin die Anerkennung des Nordens“, erklärte Erdoğan.

Zypern ist seit 1974 geteilt, als die türkische Armee in das nördliche Drittel der Insel einmarschierte, um einen Putsch zu verhindern, der eine Vereinigung der gesamten Insel mit Griechenland zum Ziel hatte.

Offiziell ist der gesamte Bereich Zyperns EU-Gebiet, da die Republik Zypern der Union 2004 beigetreten ist.

Die Friedenstruppen der Vereinten Nationen bewachen eine entmilitarisierte Zone, welche die selbsternannte Türkische Republik Nordzypern (TRNC) vom international anerkannten Süden trennt.

Forderungen der Türkei nach einer „Zweistaatenlösung“ in der Zypernfrage werden von den griechischen Zyprioten abgelehnt, die im Süden eine Mehrheit bilden. Die Republik Zypern und die internationale Gemeinschaft befürworten eine zweizonige, aus zwei Gemeinschaften bestehende Föderation im Einklang mit dem von den Vereinten Nationen vorgegebenen Rahmen.

Obwohl Erdoğan die zweite Runde der türkischen Präsidentschaftswahlen im vergangenen Monat deutlich gewann, unterlag er seinem Rivalen Kemal Kılıçdaroğlu im nordzyprischen Teil der Wahl um 15 Punkte.

In Nordzypern waren fast 144.000 Wähler registriert, darunter türkische Siedler und Soldaten sowie Zyprioten mit türkischer Staatsangehörigkeit.

Erdoğans Ergebnis wurde zum Teil durch die Wirtschaftskrise beeinträchtigt, die die Türkei erfasst und die Wirtschaft des Nordens unterminiert hat, die auf die Unterstützung Ankaras angewiesen ist.

Einige Analysten führten dies aber auch auf die entgegenkommendere Haltung von Kılıçdaroğlus Partei in der Statusfrage während des Wahlkampfs zurück.

Erdoğan lehnte bei seinem gemeinsamen Auftritt mit Tatar Kompromisse ab.

„Die gerechten Forderungen der türkischen Zyprioten sind klar und unmissverständlich“, sagte Erdoğan.

„Es gibt zwei getrennte Völker auf Zypern“, fügte Tatar hinzu.

Der Status der Insel ist seit Jahrzehnten eine Quelle von Spannungen im gesamten Mittelmeerraum und hat sich in den letzten Jahren aufgrund der Entdeckung großer Energievorkommen in der Region verschärft.

Er hat auch zu den unruhigen Beziehungen der Türkei zu Griechenland und dem Rest der Europäischen Union beigetragen.

Ankara hat mehr als 35.000 Soldaten im Norden des Landes stationiert.

Seit fast sechs Jahren haben keine offiziellen, von den Vereinten Nationen unterstützten Friedensgespräche mehr stattgefunden.

Der griechisch-zypriotische Regierungschef Nikos Christodoulides, der im Februar seine eigene Stichwahl gewonnen hat, wünscht sich eine größere Verantwortung der EU im Konflikt um Zypern.

[Bearbeitet von Georgi Gotev/Kjeld Neubert]