Erdogan und Zapatero fordern Besonnenheit im Karikaturen-Streit [DE]
Führende Politiker rufen zur Mäßigung in der aktuellen Krise auf, die von Mohammed-Karikaturen hervorgerufen worden ist. Die Kommission betont, dass Gewaltakte durch nichts zu rechtfertigen seien.
Führende Politiker rufen zur Mäßigung in der aktuellen Krise auf, die von Mohammed-Karikaturen hervorgerufen worden ist. Die Kommission betont, dass Gewaltakte durch nichts zu rechtfertigen seien.
„Die freie Meinungsäußerung ist einer der Grundsteine unserer demokratischen Systeme und wir werden sie niemals aufgeben“, besagt ein gemeinsamer Brief des türkischen Premierminister Recep Tyyip Erdogan und des spanischen Präsidenten José Luis Rodríguez. In dem im International Herald Tribune veröffentlichen Appell rufen die beiden Politiker im Zusammenhang mit den Karikaturen des Propheten zur Mäßigung und Verantwortung auf.
„Die Veröffentlichung der Karikaturen mag ganz und gar legal sein, aber sie ist nicht gleichgültig und sollte folglich von einem moralischen und politischen Standpunkt abgelehnt werden“, argumentieren Erdogan und Zapatero und betonen, dass „wir alle Verlierer sein werden, wenn es uns nicht gelingt, die Situation sofort zu entschärfen, die in ihrem Sog nur einen Pfad von Misstrauen und Missverständnis zwischen beiden Seiten hinterlassen kann“. „Daher ist es notwendig zur Mäßigung und Verantwortung zu mahnen und die Stimme der Vernunft sprechen zu lassen.“
Im November 2005 haben die beiden Politiker die Initiative „Allianz der Zivilisationen“ ins Leben gerufen, mit dem Ziel ein besseres Verständnis zwischen den islamischen und westlichen Gesellschaften zu fördern. Für die Unterzeichner bedeuten die unglücklichen Ereignisse eine Bestätigung ihrer Diagnose und dass sie noch mehr Unterstützung für ihr Anliegen suchen wollen. Die Gruppe hinter dieser Initiative wird im zweiten Halbjahr 2006 dem UN-Generalsekretär Kofi Annan einen Bericht über ihre Aktivitäten zur Förderung des gegenseitigen Respekts der Kulturen und Zivilisationen erstatten.
Die Kommission verurteilt die gewalttätigen Ausschreitungen gegen die Karikaturen. Ihr Pressesprecher Johannes Laitenberg sagte, „kein Missstand, ob nur empfunden oder real“ könne dieses Vorgehen rechtfertigen.