Erstmals Vogelgrippe-Verdacht in der EU [DE]

Griechische Behörden haben der Kommission mitgeteilt, dass es auf der Insel Oinousses einen Verdachtsfall auf Vogelgrippe gibt. Vorsichtsmaßnahmen sind bereits getroffen worden.

Griechische Behörden haben der Kommission mitgeteilt, dass es auf der Insel Oinousses einen Verdachtsfall auf Vogelgrippe gibt. Vorsichtsmaßnahmen sind bereits getroffen worden.

Am 17. Oktober haben griechische Veterinärbehörden der Kommission gemeldet, dass bei einem Truthahn auf der griechischen Insel Oinousses (in der Nähe von Chios) Antikörper gegen den Grippevirus H5 festgestellt worden sind. Das Veterinärinstitut berichtete, die Antikörper seien bei einem von neun Tieren nachgewiesen worden. Die Proben sollen nun in einem Speziallabor in Thessaloniki und dem EU-Referenzlabor im britischen Weybridge (Großbritannien) daraufhin untersucht werden, ob es sich um den tödlichen Typ H5N1 handelt. 

Die Kommission bereitet derzeit ein Ausfuhrverbot für lebendes Geflügel aus dem betroffenen Gebiet vor. Sobald das Labor in Weybridge die Ergebnisse bestätigt, wird das EU-Verbot in Kraft treten. Als Vorbeugemaßnahme ist die Ausfuhr von lebendem Geflügel und Geflügelprodukten aus der Chios-Region von griechischen Behörden bereits eingeschränkt worden. 

Griechenland ist nach Rumänien und der Türkei das dritte europäische Land, das von der Vogelgrippe betroffen ist (siehe EURACTIV, 11. Oktober  und 17. Oktober 2005). Geflügel und Geflügelprodukten aus diesen Ländern dürfen nun nicht mehr in die EU eingeführt werden.

Zusätzlich sind überall in der EU so genannte ‚Biosicherheitsmaßnahmen’ getroffen worden, um den Kontakt zwischen Wildvögeln und Geflügel zu verhindern und Frühwarnsysteme in Risikogebieten, die von Zugvögeln aufgesucht werden, einzuführen. 

EU-Kommissar Kyprianou wird am 18. Oktober an einer Sitzung des Rates für Allgemeine Angelegenheiten teilnehmen, der sich mit der Bedrohung befassen wird. Außerdem wird er an einem informellen Treffen der Gesundheitsminister teilnehmen, die am 20. und 21. Oktober 2005 darüber beraten wollen, wie sich die EU gegen eine mögliche Pandemie wappnen kann. Laut der Financial Times werden die Mitgliedstaaten wohl ihre Bemühungen verstärken, Vorräte von Anti-Virus-Mitteln für 25 % der Bevölkerung aufzubauen. Bislang ist dies keinem Land gelungen.