Estlands Beitritt zur Eurozone ungewiss [DE]

Schätzungen der Ratingagentur Fitch veranschlagen, dass Estland aufgrund von Inflationsproblemen erst 2009-2010 der Eurozone beitreten kann. 

Schätzungen der Ratingagentur Fitch veranschlagen, dass Estland aufgrund von Inflationsproblemen erst 2009-2010 der Eurozone beitreten kann. 

Am 31. August 2006 gab die internationale Ratingagentur Fitch ihre Einschätzung bekannt, wonach die Aussichten Estlands, der Eurozone beizutreten, stabil aber verbesserungsfähig sind. Das größte Hindernis stellt die hohe Inflationsrate des Landes dar. Laut der Konvergenzkriterien darf die Inflationsrate nicht mehr als 1,5 Prozentpunkte über der durchschnittlichen Inflationsrate der drei preisstabilsten Mitgliedstaaten liegen. Diese beträgt zurzeit 2,0% des BIP. Das Ziel ist die Inflation zu senken und Preisstabilität zu erreichen. In einer früheren Einschätzung ist die estische Nationalbank zum gleichen Ergebnis gekommen.

Estland wollte ursprünglich 2007 der Eurozone beitreten zusammen mit Slowenien und Litauen – bisher ist Slowenien jedoch das einzige Land, das die Kriterien erfüllt. Der neue Beitrittstermin wurde auf 2010 verschoben. Der Großteil der neuen Mitgliedstaaten strebt nun einen späteren Beitritt zur Eurozone an. Ungarn hat neulich seinen voraussichtlichen Beitrittstermin auf 2013-2014 verschoben. Ein Beitritt Polens zur Eurozone wird nicht vor 2012 erwartet – tatsächlich hat Polen noch keinen Zeitpunkt für den Beitritt gesetzt. In einem Gespräch mit der Zeitung Le Soir am 30. August 2006, betonte der polnische Premierminister Kaczynski: „Wir müssen zuerst stärkeres Wirtschaftswachstum erreichen“.