EU-Agrar- und Handelskommissare reisen zu Verhandlungen nach Indien

Die EU-Handels- und Agrarkommissare Maroš Šefčovič und Christophe Hansen reisen diese Woche nach Neu-Delhi, um die Verhandlungen über ein Handelsabkommen mit Indien voranzutreiben – besonders der Agrarsektor sorgt für Hürden.

EURACTIV.com
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Die EU-Handels- und Agrarkommissare Maroš Šefčovič und Christophe Hansen reisen diese Woche nach Neu-Delhi, um die Verhandlungen über ein Handelsabkommen mit Indien voranzutreiben – besonders der Agrarsektor sorgt für Hürden.

Hansen und Šefčovič werden sich mit ihren Amtskollegen, Handelsminister Piyush Goyal und Agrarminister Shivraj Singh Chouhan, treffen, berichteten indische Medien. Der Besuch ist für Donnerstag und Freitag angesetzt, wie eine EU-Quelle gegenüber Euractiv bestätigte.

Eine Delegation von EU-Verhandlern hält sich bereits seit heute bis Freitag in der indischen Hauptstadt auf, um die 13. Verhandlungsrunde zu führen. Die Europäische Kommission hat zugesagt, das Abkommen noch in diesem Jahr abzuschließen.

Die Landwirtschaft bleibt eines der heikelsten Themen der Gespräche. Neu-Delhi hat sich traditionell schwergetan, seinen Markt für Importe zu öffnen – angesichts der zentralen Rolle der Landwirtschaft in der indischen Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt, wo 44 Prozent der Beschäftigten tätig sind.

Hansen erklärte gegenüber Euractiv im Juni, dass die EU den Zugang für indischen Zucker blockieren werde, falls Indien auf einem Ausschluss sogenannter „sensibler“ Produkte von Importen bestehe – insbesondere Milchprodukte und Reis.

Darüber hinaus drängt die EU Indien, seine prohibitiv hohen Zölle von 150 Prozent auf Spirituosen zu senken. Brüssel peilt dabei eine ähnliche Lösung an wie das Vereinigte Königreich in ihrem Abkommen: eine sofortige Senkung auf 75 Prozent und eine schrittweise Reduktion auf 40 Prozent innerhalb der nächsten zehn Jahre.

Indien wiederum will seine Handelsbeziehungen und Exportmärkte diversifizieren – vor dem Hintergrund angespannter Beziehungen zu den USA, dem wichtigsten Handelspartner. Washington hatte Ende August 50-prozentige Zölle auf indische Waren verhängt.

(vib, jl)