EU-gefördertes Projekt zeigt Energieeinsparungen in England

Auf der Suche nach einer Art, wie sie den Energiebetrag, den sie für die Beleuchtung der Straßen und öffentlichen Räume nutzen, reduzieren könnte, hat die Stadt St Helens im Nordwesten Englands beschlossen, mit Partnern in Belgien, Deutschland und den Niederlanden zusammenzuarbeiten. Diese Partnerschaft stellte die Basis für ein fünfjähriges Projekt namens BLISS, das die EU unterstützt.

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Auf der Suche nach einer Art, wie sie den Energiebetrag, den sie für die Beleuchtung der Straßen und öffentlichen Räume nutzen, reduzieren könnte, hat die Stadt St Helens im Nordwesten Englands beschlossen, mit Partnern in Belgien, Deutschland und den Niederlanden zusammenzuarbeiten. Diese Partnerschaft stellte die Basis für ein fünfjähriges Projekt namens BLISS, das die EU unterstützt.

Ist es möglich, Geld zu sparen und CO2-Emissionen zu senken, indem man den Energiebetrag reduziert, der zur Beleuchtung der Straßen, Wege und des öffentlichen Raumes genutzt wird?

Kann dies auf eine Art getan werden, die nicht zu Problemen wir erhöhtem Verbrechen und Unsicherheit oder mehr Verkehrsunfällen führt?

Was sind die besten Beleuchtungslösungen, die derzeit verfügbar sind, sowohl von einem finanziellen wie einem umweltpolitischen Gesichtspunkt?

Dies sind die Fragen, die eine Stadt im Nordwesten Englands dazu führte, die Initiative zu nehmen, eine europäische Zusammenarbeit in einem Projekt namens BLISS zu gründen. Die Abkürzung steht für „Better Lighting in Sustainable Streets“ – bessere Beleuchtung auf nachhaltigen Straßen.

Das fünfjährige Projekt, das 2009 begann und Mitte 2014 abgeschlossen sein wird, verfügt über ein Budget von 7,2 Millionen Euro. 3,6 Millionen Euro davon kommen von der EU in der Form eines Zuschusses vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE).

BLISS ist nur eines der 49 grenzüberschreitenden Kooperationsprojekte, die derzeit vom Nordwesteuropaprogramm des Interreg IV B unterstützt werden (siehe „Background“).

BLISS wird von vier Lokalbehörden durchgesetzt: der Stadt St Helens in Nordwestengland, der Stadt Eindhoven in den Niederlanden, einer Gruppe von Stadtverwaltungen in Belgien namens „Interleuven“ und der deutschen Stadt Kaiserslautern.

Das Hauptziel des Projektes ist es, verschiedene Wege zu identifizieren, wie man den Stromverbrauch bei der Beleuchtung von Straßen, Wegen und dem öffentlichen Raum reduzieren kann. Jeder der Partner installiert neue Technologien in bestimmten Straßen und experimentiert mit innovativen Wegen, Energie zu sparen.

Die Partner sind von der Notwendigkeit motiviert, ihre Stromkosten zu senken und ihren Stromverbrauch bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent zu kürzen. Dieses Ziel ist Teil von Europas Anstrengungen, den Klimawandel zu bekämpfen.

Die Geburt einer brillanten Idee

Sowohl St Helens als auch Liverpool sind Teil der Merseyside, einem der ärmsten Teile Englands. Bis 2006 erhielt die gesamte Gegend Unterstützung unter dem so genannten Objektiv 1 der EU-Regionalpolitik.

Doch als Folge der EU-Erweiterung auf 27 Mitgliedsstaaten und als Resultat des Wirtschaftswachstums in Großbritannien während der Jahre vor 2006 kann die Merseyside nicht länger zu den ärmsten Regionen Europas gezählt werden. Dies bedeutet, sie erhält nicht mehr soviel europäische Gelder wie zuvor.

Da sie diese Entwicklung voraussah, begann die Stadt St Helens vor etwa fünf Jahren, nach Möglichkeiten zu suchen, um ihr Zugang zu europäischen Geldern zu ermöglichen, um zur Verbesserung der Lebensqualität für die Bewohner der Stadt beizutragen.

Rory Lingham ist ein Beleuchtungsingenieur, der für die Straßenbeleuchtung in St Helens zuständig ist. Er hatte die gute Idee, ein europäisches Projekt zu entwickeln, das der Stadt helfen würde, Verbesserungen bei der Beleuchtung zu erreichen, und gleichzeitig neue Technologien und Innovationen nutzen würde.

Man habe nach einem Projekt gesucht, das man mit dem eigenen Kapital und Einkommen zusammentun könnte, um neue Ideen und Innovationen in die Gemeinde St Helens zu leiten, so Lingham.

Die anfängliche Idee war es, sich anzusehen, wie die Straßenbeleuchtung genutzt werden könne, um Verbrechen zu verhindern und Unsicherheit zu reduzieren. Dies ist eine besondere Sorge für viele Menschen in St Helens. Doch als sich das Projekt entwickelte, wurde beschlossen, sich mehr auf die Frage des Stromverbrauchs zu konzentrieren und die Verbindung mit internationalen Bemühungen herzustellen, die CO2-Emissionen zu senken.

Lingham zufolge sei das BLISS-Projekt interessant, weil es helfe, Stromverbrauch bei der Straßenbeleuchtung zu senken, ohne negative Auswirkungen auf die Lebensqualität der Menschen zu haben.

Ein jeder könne das Licht ausschalten oder herunterdrehen, um Energie zu sparen, doch gleichzeitig könne dies Verbrechen oder Unfälle verursachen und die Öffentlichkeit werde dies vielleicht nicht akzeptieren. Dies sei also zu einer integralen Partie des Projektes geworden, sagte Lingham.

Innovative Lösungen ausprobieren

Die Projektpartner von BLISS testen verschiedene Arten der Straßenlampen, um herauszufinden, welche am wirksamsten sind, am effizientesten und am günstigsten. Sie haben verschiedene Beleuchtungsmethoden in verschiedenen Gegenden installiert, unter anderem in Wohnstraßen, Hauptstraßen, Geschäftsgegenden und öffentlichen Parks.

Besondere Aufmerksamkeit wurde den LED-Leuchtmitteln gegeben, die für dieselbe Helligkeit etwa 70 Prozent weniger Energie verbrauchen als eine traditionelle Glühlampe. Die Projektpartner sind mit 60 Herstellern von LED-Lampen (Light Emitting Diode-Lampen) in Kontakt getreten und haben eine Auswahl an zehn verschiedenen Lampen getroffen, die derzeit ausprobiert werden.

In St Helens ist man besonders interessiert daran zu wissen, was die Bewohner der Stadt von den verschiedenen Arten der Beleuchtung halten, sowie von verwandten Themen wie der Helligkeit und den Zeiten, wann die Lampen ein- und ausgeschaltet werden. Der Gemeinderat nutzt öffentliche Treffen, Fokusgruppen und Marktforschung, um einen Überblick über die Sichtweise der Menschen zu erhalten.

Lingham zufolge ist einer der Vorteile der Zusammenarbeit mit Partnern in anderen Ländern die Möglichkeit, mit ihnen vergleichen zu können und von ihren anderen Ansätzen lernen zu können, die sie anwenden, um mit den gleichen Problemen umzugehen. Zum Beispiel hat jedes Land andere Standards dafür, wie viel Licht auf Hauptstraßen und Wohnstraßen gegeben werden soll.

Wenn man eine weniger starke Lampe installiere, die doch weiterhin ausreichend beleuchte, um die Öffentlichkeit zufrieden zu stellen, könne man bedeutsame Einsparungen machen, so Lingham. Man könne 30 oder 40 Prozent einsparen, ohne viel zu investieren, und innerhalb von vier Jahren habe man sein Geld wieder reingeholt.

Die BLISS-Partner denken bereits über die Ergebnisse ihres Projektes nach, die im Jahr 2014 vorgelegt werden. Lingahm erklärt, dass das Ziel des Projektes sei, einen Gestaltungsleitfaden zu produzieren, der lokalen Behörden dabei helfen werde, die kosteneffizienteste Art zu wählen, Stromkosten zu senken, ohne die Unfallraten, Verbrechensquoten und Akzeptanz der Öffentlichkeit in Gefahr zu bringen.