EU-Gipfel: Blair und Chirac schieben sich gegenseitig Schuld für Scheitern in die Schuhe [DE]
Der französische Präsident Jacques Chirac wirft dem britischen Premier Tony Blair vor, an dem Scheitern des EU-Gipfels Schuld zu sein. Der britische Ratsvorsitz wird nun Wege aus der Krise finden müssen.
Der französische Präsident Jacques Chirac wirft dem britischen Premier Tony Blair vor, an dem Scheitern des EU-Gipfels Schuld zu sein. Der britische Ratsvorsitz wird nun Wege aus der Krise finden müssen.
Während der britische Premier Tony Blair betont, fünf Länder hätten sich dem vom luxemburgischen Ratsvorsitz vorgeschlagenen Budgetkompromiss auf dem Gipfel am 16. und 17. Juni widersetzt, hat Präsident Jacques Chirac erklärt, Großbritannien hätte „es abgelehnt, einen fairen und angemessenen Anteil der Kosten der Erweiterung zu bezahlen“.
Das Scheitern der Budgetverhandlungen hat eine Mischung aus bitteren und deprimierten Äußerungen hervorgerufen. Deutschlands Bundeskanzler Schröder hat erklärt: „Das ist vielleicht eine der schwersten Krisen, die dieses Europa je erlebt hat […] Letztlich ist es an der völlig uneinsichtigen Haltung Großbritanniens und der Niederlande gescheitert“.
Der luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, dem es nicht gelang, einen Kompromiss durchzusetzen, erklärte, sein Glaube an Europa habe unter dem Scheitern gelitten.
Der österreichische Bundeskanzler Wolfang Schüssel sagte, Großbritannien wolle lediglich eine marktorientierte EU und keine politische Integration.
Laut der Financial Times werde Tony Blair nun versuchen, während der sechsmonatigen britischen Ratspräsidentschaft, die am 1. Juli beginnt, eine Einigung über den Finanzrahmen 2007-2013 zu finden.
Die EU-Kommissarin für Regionalpolitik, Danuta Hübner, fordert einen Sondergipfel noch im Juni, auf dem ein erneuerter Anlauf für einen Budget-Kompromiss gestartet werden solle.