EU-Kommission präsentiert neue Initiativen zu Ungleichheiten und Krebs bei Frauen
Die Europäische Kommission hat im Vorfeld des Weltkrebstages vier neue Initiativen im Rahmen des EU-Krebsplans eingeführt, die sich auf Krebserkrankungen bei Frauen und Ungleichheit in der gesamten EU konzentrieren.
Zum Weltkrebstag hat die Europäische Kommission vier neue Initiativen im Rahmen des EU-Krebsplans eingeführt, die sich auf Krebserkrankungen bei Frauen und Ungleichheit innerhalb der EU konzentrieren.
Die Initiativen wurden am Mittwoch (2. Februar) während einer Veranstaltung vorgestellt. Sie sollen die Mitgliedstaaten dabei unterstützen, Ungleichheiten zu beseitigen, Vorsorgeuntersuchungen zu verbessern und die HPV-Impfung einzuführen.
Darüber hinaus sollen sie diejenigen unterstützen, die sich von einer Krebserkrankung erholen, heißt es in der Pressemitteilung der Kommission.
„Ein Jahr, nachdem wir den Krebsplan in Gang gesetzt haben, machen wir heute gemeinsam wichtige Schritte, um allen Menschen gleichen Zugang zur Krebsprävention und -behandlung zu ermöglichen“, sagte Kommissionsvizepräsident Margaritis Schinas.
Die EU hat im Rahmen des EU4Health-Programms bereits 12 maßnahmenbezogene Finanzhilfen und vier gemeinsame Initiativen gestartet, wie EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides hervorhob. Dazu versprach sie für dieses Jahr „eine beträchtliche Anzahl von Maßnahmen“ und den Abbau bestehender Ungleichheiten in der EU.
Das Thema Ungleichheiten war eines der zentralen Themen des Abschlussberichts, den die Berichterstatterin des Sonderausschusses des Parlaments für Krebsbekämpfung (BECA), die liberale französische Europaabgeordnete Véronique Trillet-Lenoir, vorgelegt hatte.
Ihr zufolge beträgt der Unterschied in der Lebenserwartung von Krebskranken je nach Einkommensniveau acht Jahre. Die Überlebensraten innerhalb der EU variieren um bis zu 25 Prozent.
„Wir sind ungleich, wenn es um Prävention geht, ungleich, wenn es um die Exposition gegenüber Karzinogenen in unserer Umwelt, zu Hause oder am Arbeitsplatz geht, ungleich, wenn es darum geht, über die fortschrittliche Vorsorgeuntersuchung informiert zu werden, ungleich, wenn es um den Zugang zur besten Versorgung geht und ungleich, wenn es darum geht, bei der Rückkehr in ein normales Leben unterstützt zu werden“, sagte Trillet-Lenoir.
Auch Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, dass der Kampf gegen den Krebs nur gewonnen werden könne, „wenn wir an der Prävention, der Frühdiagnose und dem gleichberechtigten Zugang zur Versorgung arbeiten.“
Register für Krebsungleichheiten
Eine der vorgestellten Maßnahmen ist die Einrichtung eines Registers für Krebsungleichheiten, um „Trends, Disparitäten und Ungleichheiten zwischen Mitgliedstaaten und Regionen zu ermitteln, damit wir unsere Unterstützung gezielter einsetzen können“, so von der Leyen.
„Es ist einfach nicht richtig, dass eine Frau, die in einer Ecke Europas lebt, ein viel höheres Risiko hat, an Gebärmutterhals- oder Brustkrebs zu erkranken, als wenn sie in einem anderen Teil Europas lebt“, betonte sie.
„Wir müssen wissen, worin die Ungleichheiten in der EU bestehen und wen sie betreffen, um sie zu beseitigen“, so Kyriakides. „Und das Register wird dafür entscheidend sein.“
Am Mittwoch (2. Februar) wurde die erste Stufe des Registers – das Dateninstrument – von der Kommission in Betrieb genommen. Ende dieses Jahres sollen die ersten Länderberichte der EU-Länder – plus Norwegen und Island – veröffentlicht werden.
Darüber hinaus soll das Register „als Leitfaden für Investitionen und Maßnahmen auf EU-, nationaler und regionaler Ebene dienen“, heißt es in der Pressemitteilung.
Früherkennung und Prävention
Eine weitere Initiative ist ein Aufruf zur Datenübermittlung für die Krebsfrüherkennung, der „zur Aktualisierung der Empfehlung des [EU-]Rates zur Krebsfrüherkennung aus dem Jahr 2003 verwendet werden soll“. Ziel ist es, dass bis 2025 90 Prozent der EU-Bevölkerung, die für Brust-, Gebärmutterhals- und Darmkrebsvorsorgeuntersuchungen in Frage kommen, diese auch erhalten.
Daran schließt sich eine gemeinsame Aktion zur HPV-Impfung an, die die Mitgliedstaaten dabei unterstützen soll, das Verständnis und das Bewusstsein der Öffentlichkeit für HPV zu schärfen und die Impfungen zu fördern.
Dies trägt zur Verwirklichung des Hauptziels des Krebsplans bei, das darin besteht, bis 2030 mindestens 90 Prozent aller Mädchen zu impfen und die Durchimpfungsrate bei Jungen zu erhöhen.
Von der Leyen sagte: „Wir werden die Mitgliedsstaaten mit EU-Mitteln für Gesundheitsprogramme und anderen Instrumenten unterstützen. Aber wir werden auch mit der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten. Es ist entscheidend, dass wir die Botschaft verbreiten, dass HPV ein ernstes Risiko ist.“
Sie fügte hinzu, dass die Beseitigung von Gebärmutterhalskrebs „in unserer Reichweite liegt, also lasst uns handeln“.
Schließlich wird das EU-Netz der jugendlichen Krebsüberlebenden ins Leben gerufen, um die langfristige Nachsorge in den Krebsbehandlungsplänen auf nationaler und regionaler Ebene zu stärken.
In der Pressemitteilung heißt es, dass das Projekt auch junge Menschen mit einer Krebserkrankung und ihre Familien sowie informelle und offizielle Betreuer:innen zusammenbringen werde.
„Krebs ist leider die Haupttodesursache bei Kindern ab dem ersten Lebensjahr“, betonte Kyriakides.
Sie fügte hinzu, dass Jugendliche „eine umfassende Betreuung, Behandlung und Nachsorge benötigen, um eine gute Genesung und die bestmögliche Lebensqualität zu erreichen“.
*Clara Bauer-Babef hat zu der Berichterstattung beigetragen
[Bearbeitet von Gerardo Fortuna/ Alice Taylor]