EU-Kommission will mehr Mitsprache bei Investitionen in Forschungszentren
Das am Montag veröffentlichte Strategiepapier verweist auf Probleme bei der Finanzierung von Forschungsinfrastrukturen, die Europa nach Einschätzung der Kommission für internationale Wissenschaftler weniger attraktiv machen.
Europa muss die Koordinierung von Investitionen in Spitzenforschungszentren verbessern – oder riskiert, international an Bedeutung zu verlieren. Davor warnt die Europäische Kommission in einer neuen Strategie.
Das am Montag veröffentlichte Strategiepapier verweist auf Probleme bei der Finanzierung von Forschungsinfrastrukturen, die Europa nach Einschätzung der Kommission für internationale Wissenschaftler weniger attraktiv machen.
Zudem will die EU-Kommission die Rahmenbedingungen für Großforschungszentren wie CERN, den gigantischen Teilchenbeschleuniger mit Sitz in Genf, verbessern.
„Langsame Entscheidungsprozesse bei Investitionen in gesamteuropäische Forschungsinfrastrukturen schwächen Europas globale Position“, heißt es in dem Papier. Die bisherigen Investitionen seien zersplittert und ohne gemeinsame Vision.
Die neue Strategie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die EU eine Chance wittert, führende Forscherinnen und Forscher aus den USA anzuziehen, wo die Trump-Regierung die Forschungsausgaben drastisch gekürzt hat. Bislang zeigen EU-Daten allerdings, dass die Zahl der US-Bewerber im Vorzeigeprojekt Marie Skłodowska-Curie nur minimal gestiegen ist – verglichen mit Bewerbern aus anderen Regionen.
Die Kommission fordert nun, dass die EU „eine stärkere Rolle“ bei der Steuerung von Investitionen übernimmt – gemeinsam mit den Mitgliedstaaten und beteiligten Organisationen. Ziel sei eine engere Verzahnung von EU-, nationalen und regionalen Mitteln, um eine größere Wirkung zu erzielen.
Als Beispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit hebt die Strategie das EuroHPC Joint Undertaking hervor, das Europas führende Supercomputer betreibt. Zudem bereitet das Gemeinsame Forschungszentrum der Kommission „eine Reihe von Vorzeigeprojekten“ zur Entwicklung und Erprobung innovativer Technologien vor.
(nl, jl)