EU-Länder wollen Pharmaplan blockieren [DE]

Die Apotheker erwarten, dass die EU Länder die Pläne der Europäischen Kommission, die Regeln wie Pharmaunternehmen mit Patienten kommunizieren verändern. In einem Interview mit EURACTIV sagte John Chave, Generalsekretär desApothekerverbandes der Europäischen Union (PGEU), die meisten Länder sähen den Vorschlag, der ein bedeutendes Element des Pharmapaketes der EU-Kommission ist, als unnötig an. 

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Die Apotheker erwarten, dass die EU Länder die Pläne der Europäischen Kommission, die Regeln wie Pharmaunternehmen mit Patienten kommunizieren verändern. In einem Interview mit EURACTIV sagte John Chave, Generalsekretär desApothekerverbandes der Europäischen Union (PGEU), die meisten Länder sähen den Vorschlag, der ein bedeutendes Element des Pharmapaketes der EU-Kommission ist, als unnötig an. 

Der Vorschlag würde es Unternehmen erlauben, Patienten Informationen über verschreibungspflichtige Medikamente im Internet sowie in gesundheitsbezogenen Fachzeitschriften zu geben. Trotzdem sind Fernsehen und Radio von dem Plan ausgenommen der im letzten Dezember publiziert wurde (EURACTIV vom 11. Dezember 2008). 

Kritiker haben den Schritt als ‚verdecke Werbung’ kritisiert, aber der Vizepräsident der Kommission, Günter Verheugen, hat den Schritt zum wiederholten Mal befürwortet, indem er sagte, dass dies Verbrauchern erlauben würde, Informationen von hoher Qualität zu beziehen. 

Trotzdem scheint es, als ob die Debatte ausgereicht habe, um die Mitgliedstaaten davon zu überzeugen ein derart komplexes Thema nicht anzusprechen. Dies geschieht zu einer Zeit in der die Kosten für Medizin und gefälschte Medikamente von dringlicher Wichtigkeit sind. 

„Die meisten Länder sehen keine Notwendigkeit darin und trotz der vorgeschlagenen Sicherheitsmaßnahmen im Text, sehen sie ihn immer noch als zu nah an den Forderungen der Pharmaindustrie, die ein Glaubwürdigkeitsproblem in Sachen Information besitzt“, so Chave weiter. 

Er erwartet, dass die europäischen Gesundheitsminister einen Plan vorlegen werden, da es wichtigere Themen gebe, die man auf kurze Sicht lösen müsse.

Apotheker sehen die Gefahr, dass ihre Profitmargen sinken werden, wenn die Regierungen versuchen, die Rechnungen für Medikamente zu senken. Die Gesundheitsminister würden ihre Pläne vergleichen, wie sie am besten die Gesundheitsausgaben kontrollieren könnten und der berufliche Status von Apothekern könnte gefährdet sein, wenn man weniger qualifizierten Arbeitskräften die Arbeit zuteile, die derzeit von Apothekern verrichtet würde, so Chave weiter. 

Er glaubt, dass es Schritte in die Richtung gäbe, Apotheker und Verkäufer auszuquetschen. Außerdem könne man Margenverkleinerungen in den nächsten Jahren nicht mehr ausschließen, sogar wenn die Kreditkrise zu Ende sei. Man lebe in einer außergewöhnlich dynamischen Zeit in Europa. Es würden sich neue Möglichkeiten auftun, allerdings würden alte Gewissheiten und die wirtschaftliche Position von Apothekern geschwächt, so Chave. 

Chave unterstrich ebenfalls, dass Apotheker bereit seien eine zentrale Rolle in den wichtigen Gesundheitsfragen die Europa betreffen zu spielen, inklusive die Sorge um eine alternde Gesellschaft, die Bekämpfung von Übergewicht sowie die Verbesserung des sicheren und vernünftigen Gebrauchs von Medikamenten.