EU-Minister beraten über wirtschaftliche Folgen der hohen Ölpreise [DE]

Die EU-Finanzminister beraten in diesen Tagen über die Folgen der steigenden Ölpreise für die europäische Wirtschaft. Unterdessen wächst der Druck auf die Regierungen. In einigen Mitgliedstaaten wollen die Bürger nun aus Protest auf die Straße gehen.

Die EU-Finanzminister beraten in diesen Tagen über die Folgen der steigenden Ölpreise für die europäische Wirtschaft. Unterdessen wächst der Druck auf die Regierungen. In einigen Mitgliedstaaten wollen die Bürger nun aus Protest auf die Straße gehen.

Kommissionsvertreter haben erklärt, bislang stehe nicht fest, dass das derzeitige Preisniveau (65-70 US-Dollar pro Barrel) die europäischen Wirtschaften negativ beeinflusse. Wirtschaftswissenschaftler gehen derzeit noch davon aus, dass die hohen Energiepreise Unternehmen und die Verbraucher zwar belasteten, dass die makroökonomischen Folgen jedoch nur schwer messbar seien. Es bestünden jedoch keine Zweifel, dass die westlichen Industrieländer dank einer verbesserten „Energieintensität“ (beschreibt das Verhältnis zwischen Energieverbrauch und erwirtschaftetem Bruttosozialprodukt) weniger anfällig für hohe Ölpreise seien als noch während der Ölkrise in den 70er Jahren.

In den EU-Mitgliedstaaten wächst unterdessen die Unzufriedenheit der Unternehmen und Verbraucher und damit der Druck auf die Regierungen. Einige Länder beabsichtigen, kompensatorische Maßnahmen (Steuersenkungen oder –zuschüsse) einzuführen. Die Kommission warnt allerdings vor unilateralen Schritten. In einigen Ländern (Frankreich und Belgien) sind Demonstrationen gegen die hohen Ölpreise angekündigt. 

Am 9. September wird die EU-Ölversorgungsgruppe zusammenkommen, um den Status der Ölreserven in den Mitgliedstaaten unter die Lupe zu nehmen und zu untersuchen, mit welchen Maßnahmen die Regierungen in die Preisentwicklung eingreifen wollen.