EU-Prognose: Es geht leicht aufwärts

Die deutsche Wirtschaft scheint sich weiter zu erholen, die Wirtschaftslage in der Europäischen Union hat sich deutlich verbessert. Er erwarte „sehr gutes drittes Quartal“, sagte EU-Wirtschafts- und Finanzkommissar Joaquin Almunia, als er am Montag in Brüssel die Konjunkturprognose vorstellte.

EU-Kommissar Joaquin Almunia erwartet ein sehr gutes drittes Quartal (Foto: dpa)
EU-Kommissar Joaquin Almunia erwartet ein sehr gutes drittes Quartal (Foto: dpa)

Die deutsche Wirtschaft scheint sich weiter zu erholen, die Wirtschaftslage in der Europäischen Union hat sich deutlich verbessert. Er erwarte „sehr gutes drittes Quartal“, sagte EU-Wirtschafts- und Finanzkommissar Joaquin Almunia, als er am Montag in Brüssel die Konjunkturprognose vorstellte.

Die Wirtschaftslage in der Europäischen Union hat sich deutlich verbessert, es gibt Hinweise auf bessere Wachstumsaussichten in der zweiten Jahreshälfte. Das ist das Ergebnis der Zwischenprognose, die die EU-Kommission heute (14. September 2009) Brüssel vorgestellt hat.

Weil die Wirtschaftstätigkeit Ende 2008 und Anfang 2009 jedoch hinter den ursprünglichen Schätzungen zurückblieb, wird für das Gesamtjahr an der bereits im Frühjahr gestellten Prognose eines Rückgangs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 4 Prozent sowohl in der EU als auch im Euro-Raum festgehalten.

"Erwarten ein sehr gutes Quartal"

Für Deutschland erwartet die Kommission einen Rückgang des BIP um 5,1 Prozent in diesem Jahr. Im Mai war sie noch von einem Rückgang von 5,4 Prozent ausgegangen. Die Kommission rechnet nach dem leichten Wachstum im zweiten Quartal mit einer anhaltenden Erholung der deutschen Wirtschaft.

"Wir erwarten ein sehr gutes drittes Quartal", sagte EU-Wirtschafts- und Finanzkommissar Joaquin Almunia in Brüssel. Laut der neuen EU-Konjunkturprognose wird das deutsche Bruttoinlandsprodukt zwischen Juli und September um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal wachsen. Für das Schlussquartal sagt die EU-Kommission der deutsche Wirtschaft ein Plus von weiteren 0,1 Prozent voraus. Das deutsche Konjunkturprogramm zeige Wirkung, so Almunia.

Für die gesamte EU erwartet die Kommission im dritten Quartal 2009 ebenfalls ein Wirtschaftswachstum – und zwar um durchschnittlich 0,2 Prozent. "Die Weltwirtschaft befindet sich nicht mehr im freien Fall", teilte die EU-Kommission mit. Sie wertete aktuelle Daten aus der Industrieproduktion und den Handel als ermutigende Zeichen. In Europa gebe es Gründe für vorsichtigen Optimismus hinsichtlich der kurzfristigen Aussichten.

Ende 2009 steigen die Preise wieder

Almunia warnte aber: "Die schwache Wirtschaft wird den Arbeitsmarkt und die öffentlichen Haushalte weiter belasten." Für das laufende Jahr bleibt die EU-Kommission bei ihrer Prognose, wonach das Bruttoinlandsprodukt gegenüber 2008 um vier Prozent sinken wird. Für die Eurozone rechnet die EU nach zuletzt sinkenden Verbraucherpreise gegen Ende des Jahres mit einer Inflationsrate von 0,7 Prozent.

Wirtschafts- und Währungskommissar Joaquín Almunia erklärte: "Die Lage hat sich vorwiegend dank der beispiellosen Liquiditätsmengen, die von den Zentralbanken und Regierungen in die Wirtschaft gepumpt wurden, zum Besseren gewendet. Aber die schwache Konjunktur wird auch künftig Arbeitsplätze kosten und die öffentlichen Haushalte belasten.“

Konditionen für Kredite

Man müsse die für dieses Jahr und für 2010 angekündigten Maßnahmen zur Stützung der Konjunkturerholung fortsetzen und die Sanierung des Finanzsektors beschleunigen. Damit sei gewährleistet, dass die Banken bereit seien, zu vernünftigen Konditionen Kredite zu vergeben, wenn die Unternehmen und Haushalte ihre Investitionspläne wieder aufnehmen.

„Außerdem müssen wir eine klare, glaubwürdige und koordinierte Ausstiegsstrategie zur schrittweisen Rückführung der öffentlichen Finanzen auf einen nachhaltigen Pfad und zur Mobilisierung der für eine Steigerung des Wachstums- und Beschäftigungspotenzials Europas notwendigen Ressourcen festlegen“, sagte Almunia.

Berechnungsgrundlage sind die aktualisierten Prognosen für Frankreich, Deutschland, Italien, die Niederlande, Polen, Spanien und das Vereinigte Königreich, die zusammen 80 Prozent des EU-BIP erwirtschaften.