EU-Spitzenpolitiker erwägen strengere Maßnahmen gegen Drogenbanden
Die EU verstärkt die Zusammenarbeit mit Partnerländern, insbesondere in Lateinamerika, wo ein Großteil des nach Europa gelangenden Kokains produziert wird. Aber Brüsssel braucht auch Partner außerhalb der Region, darunter die USA.
Die Staats- und Regierungschefs der EU wollen auf ihrem Gipfeltreffen in Brüssel nächste Woche strengere Maßnahmen gegen die organisierte Kriminalität erörtern, da Kokain in ganz Europa immer leichter erhältlich ist und die heimische Drogenproduktion weiter zunimmt.
Der Drogenhandel hat zwei Seiten: eine externe, bei der Drogen über globale Handelsrouten nach Europa gelangen, und eine interne, bei der die Produktion zunehmend innerhalb Europas selbst stattfindet.
Ein am Dienstag von der EU-Drogenagentur veröffentlichter Bericht zeichnet ein „alarmierendes Bild“ des europäischen Drogenmarktes, sagte Magnus Brunner, der Kommissar für innere Angelegenheiten.
Auf der externen Ebene will die EU kriminelle Netzwerke entlang der gesamten Lieferkette bekämpfen: von den Produktionsländern über die Transitrouten bis hin zu den europäischen Märkten. Ein großer Teil des Kokains gelangt auf dem Seeweg nach Europa, was Häfen zu einer entscheidenden Schwachstelle macht.
„Kriminelle verlagern ihre Aktivitäten von größeren Häfen auf kleinere. Deshalb müssen wir uns jetzt auf kleinere Häfen konzentrieren“, sagte Brunner.
„Der Drogenhandel ist ein globales Geschäft“
Die EU verstärkt zudem die Zusammenarbeit mit Partnerländern, insbesondere in Lateinamerika, wo ein Großteil des nach Europa gelangenden Kokains produziert wird. Brunner fügte jedoch hinzu, dass Europa auch Partner außerhalb der Region brauche, darunter die Vereinigten Staaten. „Der Drogenhandel ist ein globales Geschäft, daher muss auch unsere Reaktion global sein“.
Die Lage innerhalb Europas ist ebenso besorgniserregend. Rund 2,5 Millionen junge Erwachsene konsumierten im vergangenen Jahr Kokain, während laut dem Bericht auch die Produktion innerhalb Europas zunimmt.
Der Markt werde immer ausgefeilter, so Brunner, mit verschlüsselter Kommunikation, internationalen Logistiknetzwerken und erheblichen finanziellen Ressourcen.
Auf dem Gipfeltreffen nächste Woche wird voraussichtlich eine Verschärfung der Maßnahmen an beiden Fronten gefordert – zur Reduzierung der Nachfrage innerhalb Europas und zur Zerschlagung der transnationalen kriminellen Netzwerke, die den Markt versorgen.
(cs)