EU-Vergleich: Londoner City reichste Region
Der Wohlstand ist innerhalb der EU ungleich verteilt. Bulgaren und Rumänen zählen zu den Ärmsten, Großstädter in den alten EU-Staaten zu den Reichsten. Berlin kann mit Städten wie Paris, Wien oder Hamburg nicht mithalten.
Der Wohlstand ist innerhalb der EU ungleich verteilt. Bulgaren und Rumänen zählen zu den Ärmsten, Großstädter in den alten EU-Staaten zu den Reichsten. Berlin kann mit Städten wie Paris, Wien oder Hamburg nicht mithalten.
Die Wirtschaftskraft innerhalb der EU klafft weit auseinander. Die schwächste Region ist Severozapaden in Bulgarien, die stärkste "Inner London" in England. Das geht aus einem Vergleich der europäischen Statistikbehörde Eurostat hervor. Während 2008 die Wirtschaftskraft im Zentrum Londons 343 Prozent über dem EU-Mittelwert lag, erreichte Severozapaden nur 28 Prozent des EU-Durchschnitts. Die Untersuchung vergleicht das Bruttoindlandsprodukt (BIP) je Einwohner und berücksichtigt dabei die Unterschiede zwischen den nationalen Preisniveaus.
Die ärmsten Regionen finden sich in Bulgarien und Rumänien. Die höchsten Werte erreichten:
1. Inner London (343 Prozent)
2. Großherzogtum Luxemburg (279 Prozent)
3. Brüssel (216 Prozent)
4. Groningen (198 Prozent)
5. Hamburg (188 Prozent)
6. Prag (172 Prozent)
7. Île de France (168 Prozent)
8. Stockholm (167 Prozent)
9. Hauptstadtregion Bratislava (167 Prozent)
10. Wien (163 Prozent)
Zum Vergleich: Die deutsche Hauptstadt Berlin erreicht 99 Prozent des EU-Durchschnitts.
Von den 40 Regionen, in denen das BIP je Einwohner die 125-Prozent-Grenze überschritt, lagen zehn in Deutschland, fünf in den Niederlanden, je vier in Österreich und im Vereinigten Königreich, je drei in Spanien und Italien, je zwei in Belgien und Finnland, je eine in der Tschechischen Republik, Dänemark, Irland, Frankreich, der Slowakei und Schweden sowie im Großherzogtum Luxemburg.
Städte profitieren von Pendlern
Allerdings ist laut Eurostat zu berücksichtigen, dass das BIP je Einwohner in einigen Regionen durch die Pendlerströme erheblich beeinflusst werden kann. Die Nettozahl der Personen, die täglich in diese Regionen pendeln, erhöht die Produktion auf ein Niveau, das von der dort ansässigen Erwerbsbevölkerung alleine nicht erreicht werden könnte. Dies führt dazu, dass das BIP je Einwohner in diesen Regionen scheinbar überschätzt und in Regionen mit einem negativen Pendlersaldo scheinbar unterschätzt wird.
Jede vierte Region unter 75 Prozent
Die Regionen am unteren Ende der Rangfolge befanden sich alle in Bulgarien und Rumänien, mit den niedrigsten Zahlen in Severozapaden in Bulgarien (28 Prozent des Durchschnitts), gefolgt von Nord-Est in Rumänien (29 Prozent) sowie Severen tsentralen und Yuzhen tsentralen in Bulgarien (je 30 Prozent). Von den 64 Regionen unterhalb der 75 Prozent-Grenze befanden sich 15 in Polen, je sieben in der Tschechischen Republik und Rumänien, je sechs in Bulgarien und Ungarn, je vier in Italien und Portugal, je drei in Griechenland, Frankreich (alle Überseedepartements) und der Slowakei, zwei im Vereinigten Königreich und eine in Spanien sowie Estland, Lettland und Litauen.
Red.
Link
Eurostat: Regionales BIP je Einwohner in der EU27 im Jahr 2008 (24. Februar 2011)