EU will Gen-Futter-Verbot lockern
Spuren verbotener Genpflanzen in Tierfutterimporten führen immer wieder zu Problemen. Der EU-Kommission schwebt eine einfache Lösung vor: die Legalisierung. Umweltschützer schlagen Alarm.
Spuren verbotener Genpflanzen in Tierfutterimporten führen immer wieder zu Problemen. Der EU-Kommission schwebt eine einfache Lösung vor: die Legalisierung. Umweltschützer schlagen Alarm.
Die EU-Kommission will einem Regulierungsentwurf zufolge einen geringen Anteil von nicht genehmigten gentechnisch veränderten Materialien in Tierfutterimporten zulassen. Die Mitgliedsstaaten werden den Vorschlag am 15. November beraten.
Die Grenze soll bei 0,1 Prozent liegen. Mit Hilfe dieses Spielraums will die Europäische Kommission Probleme wie im vergangenen Jahr umgehen, als Sojalieferungen aus den USA gestoppt wurden, weil darin Spuren von nicht genehmigten gentechnisch veränderten Früchten enthalten waren.
Die USA, Brasilien, Kanada und Argentinien lehnen den EU-Vorschlag ab. Sie fürchten um ihre Agrarexporte nach Europa. ‚Jeder Versuch, Lieferungen in Nahrungsmittel und Tierfutter zu trennen, würde für Händler, die EU-Nahrungsmittelindustrie und Futterverarbeiter unglaubliche Schwierigkeiten hervorrufen‘, kritisierten die vier Länder in einem gemeinsamen Schreiben an die Kommission. Stattdesen wollen sie, dass die EU-Kommission den Grenzwert auch auf Lebensmittel ausdehnt.
Die NGO "Friends of the Earth Europe" (FoEE) fürchtet, dass dem Import von nicht zugelassenen Genprodukten Tür und Tor geöffnet wird. Es gebe keinen Grund, das bestehende Prinzip der "Nulltoleranz" zu ändern.
rtr/EURACTIV/red.
Links
EU-Kommission: Entwurf einer Neuregelung für gentechnisch veränderte Materialien in Tierfutterimporten
NGO
FoEE: New GM proposals could open Europe’s doors to risky unauthorised crops (3. November 2010)