Euro-Beitritt: Inflationskriterium „sinnlos“, behaupten Professoren [DE]

In einem Kommentar der Financial Times Stellen zwei Professoren, das ihrer Ansicht nach „sinnlose“ und „fehlerhafte“ Inflationskriterium der Maastrichter Kriterien, in Frage.

In einem Kommentar der Financial Times Stellen zwei Professoren, das ihrer Ansicht nach „sinnlose“ und „fehlerhafte“ Inflationskriterium der Maastrichter Kriterien, in Frage.

Wirtschaftsprofessoren Willem Buiter und Anne Siebert gehen in einem Kommentar der Financial Times insbesondere auf das „fehlerhafte Inflationskriterium“ ein.  Dieses müssen die neuen EU-Mitgliedstaaten, neben dem Wechselkurskriterium und anderer Kriterien, erfüllen, um dem Euroraum beitreten zu können.

Am Beispiel von Estland, Litauen, Lettland, Slowenien und der Slowakei, welche die Schwergewichte der Eurozone – Deutschland, Frankreich und Italien – in mehreren Aspekten übertreffen, zeigen die Autoren, dass es aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten keinen Sinn mache die Euro-Kandidatenländer dazu zu zwingen sowohl das Wechselkurskriterium als auch das Inflationskriterium zu erfüllen.  Sie begründen dies insbesondere angesichts der „ungeheuerliche Fehlinterpretation“ des Begriffs der „preisstabilsten“ Staaten, welches bei der Bestimmung des Richtwertes des Inflationskriteriums verwendet wird [die jährliche Inflationsrate eines Kandidatenlandes darf somit nicht über 1,5 % über derjenigen der drei preisstabilsten Mitgliedsländer des Vorjahres liegen].  

Laut der Autoren hält diese strenge Anwendung einer inkonsistenten Interpretation des Inflationskriteriums Estland, Litauen und die Slowakei vom Beitritt zur Eurozone in naher Zukunft ab.  Diese Regeln sind unnütz, sagen die Autoren und appellieren an den politischen Willen.  Dieser könnte ihrer Ansicht nach die Oberhand über „technokratische Scheu, Sturheit und Ignoranz“ gewinnen und somit einiges ermöglichen.