Eurobarometer: Europäer fordern ausgewogenes Verhältnis zwischen Ethik und wissenschaftlichem Fortsc

Europäer wollen, dass Ethik eine wesentliche Rolle in der wissenschaftlichen Forschung spielt und fordern ein ausgewogenes Verhältnis zwischen wissenschaftlichen Methoden und Zielen und ethischen Grundsätzen. Dies geht aus zwei neuen Eurobarometer-Umfragen hervor.

Europäer wollen, dass Ethik eine wesentliche Rolle in der wissenschaftlichen Forschung spielt und fordern ein ausgewogenes Verhältnis zwischen wissenschaftlichen Methoden und Zielen und ethischen Grundsätzen. Dies geht aus zwei neuen Eurobarometer-Umfragen hervor.

Die Umfrageergebnisse lassen darauf schließen, dass Europäer sozialen und ethischen Werten eine große Bedeutung beimessen. Allerdings ist ihnen Objektivität  in Entscheidungsprozessen zu wissenschaftlichen und technologischen Fragen wichtiger als ethische Erwägungen. 79 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Behörden Wissenschaftler rechtlich dazu verpflichten sollten, ethische Normen zu achten. In Bereichen, in denen ein Konflikt zwischen Wissenschaft und Ethik entstehen könnte, seien Rechtsvorschriften und Kontrollen wesentlich.

Aus den Meinungsumfragen geht ebenfalls hervor, dass es unter Europäern ein „latentes“ Interesse an Wissenschaft und Technologie und eine implizite Nachfrage nach mehr Informationen gibt. Die positive Rolle von Forschern in der Gesellschaft wird allgemein anerkannt, jedoch wird ihnen vorgeworfen, die Öffentlichkeit nicht ausreichend zu informieren und Ergebnisse nicht verständlich genug darzustellen.

Eine klare Mehrheit (60 %) ist der Meinung, dass sich das Leben durch die Wissenschaft zu schnell ändere. Während die Antworten gewisse Ängste vor den wissenschaftlichen Entwicklungen widerspiegeln, wird auch deutlich, dass wissenschaftliche Leistungen Anerkennung finden. Allerding ist die Distanz zwischen wissenschaftlicher Innovation und Gesellschaft gewachsen.

Außerdem geht aus den beiden Umfragen folgendes hervor:

  • Europäer sind davon überzeugt, dass Wissenschaft und Technologie die Lebensqualität verbessern.
  • 54 % der Europäer sind der Meinung, dass gentechnische veränderte Organismen (GVO) gefährlich  sind.
  • Diejenigen der Befragten, die angeben, an Wissenschaft und Technologie kein Interesse zu haben, begründen ihre Haltung damit, schlecht informiert zu sein und an wissenschaftlichen und technologischen Fragen nicht ausreichend beteiligt zu werden.
  • Eine Mehrheit der Befragten ist der Ansicht, dass durch technologische Fortschritte mehr Arbeitsplätze verloren gehen, als geschaffen werden.
  • 76 % befürworten die Forschungsausgaben ihrer Regierungen selbst wenn diese keinen unmittelbaren Nutzen hervorbringen.
  • 50 % sagen, Grundlagenforschung sei entscheidend für die Entwicklung neuer Technologien.
  • Eine klare Mehrheit ist der Ansicht, dass die Vereinigten Staaten in der Forschung weiter fortgeschritten sind als Europa.
  • Allgemein beurteilten die Befragten wissenschaftliche Forschung nicht auf der Grundlage unmittelbarer Ergebnisse, sondern unter Verweis auf die weitere Verwendung der Ergebnisse.