Europa bereitet sich auf die erste Pensionswelle „Baby Boomer“ vor

Die erste Welle der „Baby Boomer“, der vielköpfigen Nachkriegsgeneration, wird sich nächstes Jahr zur Ruhe setzen und damit einen demographischen Wandel markieren, der den europäischen Arbeitsmarkt in den nächsten zwanzig Jahren umgestalten und die Qualifikationslücke vergrößern wird, mit der viele Unternehmen jetzt bereits .zu kämpfen haben

trone_european_02.jpg
trone_european_02.jpg

Die erste Welle der „Baby Boomer“, der vielköpfigen Nachkriegsgeneration, wird sich nächstes Jahr zur Ruhe setzen und damit einen demographischen Wandel markieren, der den europäischen Arbeitsmarkt in den nächsten zwanzig Jahren umgestalten und die Qualifikationslücke vergrößern wird, mit der viele Unternehmen jetzt bereits .zu kämpfen haben

Europa alternde Bevölkerung wird Unternehmen und Regierungen zwingen, das traditionelle Rentensystem zu überdenken.

Die jüngste Finanzkrise hat die Tatsache unterstrichen, dass viele Europäer bis ins hohe Alter arbeiten müssen, hauptsächlich aus finanziellen Gründen.

Für Unternehmen in jedem Land bietet das Gelegenheiten und Herausforderungen.

Die positive Seite ist es, dass erfahrene Arbeitnehmer wertvolle und praktische Erfahrungen haben. Sie können produktiver sein als ihre jungen Kollegen. Des Weiteren wechseln sie weniger häufig den Arbeitsplatz, was den Arbeitgebern die Kosten der Neueinstellung und der Ausbildung der neuen Arbeitnehmer spart.

Auf der anderen Hand kann es zu Spannungen im Büro kommen, wenn ältere Arbeitnehmer jüngeren Managern gegenüber verantwortlich sind. Ältere Arbeitnehmer können auch teurer sein, sowohl in Sachen Gehälter und in Gesundheitsfragen. Es ist auch wahrscheinlicher, dass sie leichte Behinderungen haben, die Anpassungen des Arbeitsplatzes und der Beförderung erforderlich machen.

Behinderungen

Etwa 13 Prozent der Europäer hätten eine Art Behinderung, so Luk Zelderloo, Generalsekretär der „European Association of Service Providers für Persons with Disability“. Er sagte, 25 Millionen Menschen würden bis 2025 hinzukommen, größtenteils auf Grund von altersbedingten Problemen.

Sie müssten neue Wege finden, um mit dem steigenden Bedarf fertig zu werden. Die EU müsse ihnen helfen, neue Arten von Jobs zu schaffen, mit Ausbildung und Umschulung umzugehen, wie man mit neuer Technologie umgehe, und das Potential zur Schaffung neuer Arbeitsplätze zu nutzen, so Zelderloo am Mittwoch (23. November) bei einem Vortrag während der Beschäftigungswoche in Brüssel.

Einen Tag zuvor legte die Europäische Kommission ihre „Agenda für neue Qualifikationen und Arbeitsplätze“ vor, die 13 Handlungen zur Reform des Arbeitsmarktes und zur Verbesserung der Qualifikationen umriss. Der augenblickliche Fokus liege natürlich auf den 23 Millionen Europäern jeden Alters, die nach Arbeit suchten. Doch Arbeitnehmer länger aktiv in der Arbeitswelt zu halten, helfe auch dabei, Steuern zu generieren, um Renten zu finanzieren, sowie Gesundheitssysteme und andere Sozialdienstleitungen.

Die Agenda ist Teil der „Europa 2020“-Strategie der Union, die auf eine Erhöhung der Erwerbsquote auf 75 Prozent von den heutigen 69 Prozent abzielt.

Es werde sehr schwierig sein, dieses Ziel zu erreichen, sagte Marian Krzaklewski, ein polnischer Politiker und ein Mitglied des nationalen Gremiums der Gewerkschaft Solidarno??.

Arbeitskräftemangel

Da mehr Menschen sich zur Ruhe setzen, wird es einen Arbeitskräftemangel geben – es sei denn, Unternehmen investieren in Rekrutierung und in das Behalten von ihrem graumelierten Personal.

Krzaklewski erklärte, dass vor einem Jahrzehnt circa 37 Prozent der Europäer zwischen 55 und 64 noch aktiv tätig gewesen seien. 2001 habe die EU das Ziel von 50 Prozent für 2010 gesetzt, aber die Erwerbsquote sei nie über 45 Prozent gestiegen.

Natürlich hätten es große Unterschiede in Europa gegeben. Die Rate sei mit der Ausnahme Rumäniens in jedem Land gestiegen – ganz oben stehe Schweden, mit 70 Prozent älterer Arbeitnehmer, die noch bezahlt würden.

Es hätten auch Unterschiede pro Geschlecht und Bildungsniveau gegeben. Vor fünf Jahren seien 55 Prozent der älteren Männer noch auf dem Arbeitsmarkt gewesen, im Vergleich mit 34 Prozent der Frauen.

Ein Unternehmen, dass über eine gute Leistungsaufzählung verfügt, was das Behalten von Angestellten, die das Rentenalter überschritten haben, betrifft, ist Sick, ein deutscher Hersteller von Sensoren und Scannern. Das lebenslange Lernen und die lebenslange Weiterbildung seien eines der wichtigsten Themen, sagte Rudolf Kast, der Leiter der Personalabteilung bei Sick. Angestellte bräuchten auch Arbeitsstrukturen, die sich an die verschiedenen Phasen des Lebens, von der Elternschaft zu verjüngenden Sabbatjahren, anpassten.

Die älteren Angestellten in seinem Unternehmen unterstützten das demographische System, erklärte er.