Europa Kompakt: Mietpreiskrise in der EU?

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Steigende Mietpreise und die immer größer werdende Knappheit an bezahlbarem Wohnraum sind in Deutschland ein altbekanntes Problem. Die Bundesregierung hat hierzu immerhin ein eigenes Bauministerium eingerichtet und sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren bis zu zwei Millionen neue Wohnungen zu schaffen.

Deutschland ist allerdings mit dem Problem nicht alleine, denn übermäßig hohe Mietpreise machen fast allen EU-Staaten zu schaffen. In der gesamten EU sind die Mietpreise seit 2010 um 18 Prozent gestiegen.

Betroffen davon sind insbesondere junge Erwachsene, die noch am Beginn ihrer Karriere stehen, sowie Studierende, die sich den Wohnraum in den europäischen Großstädten fast nicht mehr leisten können. In den Niederlanden gibt es für vergünstigte Wohnungen bereits Wartelisten von über sechs Jahren.

Dabei lässt sich auch beobachten, dass ein wachsender Teil der Bevölkerung nicht nur die nationalen Regierungen, sondern auch die EU in der Verantwortung sieht. So gaben rund 70 Prozent der jungen Erwachsenen in einer repräsentativen Umfrage an, dass die EU dafür sorgen sollte, dass Wohnen wieder bezahlbar wird.

Den Artikel zum Thema können Sie hier lesen.

Energie & Umwelt

Serbiens 12-Milliarden-Plan. Um Serbiens Energiesicherheit zu gewährleisten, will Präsident Aleksandar Vučić etwa 12 Milliarden Euro in die Diversifizierung der Energielieferanten und Transportwege investieren. Nötig wurde dies, weil über Kroatien einem EU-Beschluss zufolge demnächst kein russisches Öl mehr transportiert werden darf. Allein die deshalb nötige neue Pipeline kostet um die 100 Millionen Euro.

Klagen gegen “grüne” EU-Taxonomie. Das “grüne” Label der EU für Atomkraft will sich Wien nicht gefallen lassen, und hat deshalb Klage beim Europäischen Gerichtshof eingereicht. Luxemburg hat sich der Klage bereits angeschlossen. Deutschland hat dagegen keine Absicht, sich an dem Verfahren zu beteiligen. Derweil klagt der EU-Abgeordnete Rene Repasi (SPD) in einem gesonderten Verfahren allein, weil er die Auffassung vertritt, die EU-Kommission habe mit der Taxonomie ihre Kompetenzen überschritten.

Digitale Welt

BSI-Chef wegen Russland-Kontakten vor Abberufung. Bundesinnenministerin Nancy Faeser will den Chef der Cybersicherheitsabteilung, Arne Schönbohm, wegen möglicher Kontakte zu russischen Sicherheitsdiensten laut Medienberichten entlassen.

Sabotagevorfall bei der Deutschen Bahn (DB). Der Anschlag auf Glasfaserstrecken der DB am Wochenende sei nur mit Insiderwissen möglich gewesen, so der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsbundestagsfraktion, Thorsten Frei (CDU), gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Für knapp drei Stunden musste die DB ihren Zugverkehr im Norden Deutschlands einstellen, viele Tausend Fahrgäste waren davon betroffen.

Landwirtschaft & Gesundheit

Ex-Gesundheitskommissar: Kühe in Brüssel wichtiger als Gesundheit. Vielen gesundheitspolitischen Initiativen der Europäischen Kommission stünden die mangelnden Kompetenzen der EU in dem Bereich im Weg, bemängelt der ehemalige EU-Gesundheitskommissar Andriukaitis im Interview. So sollten die Mitgliedstaaten in der Gesundheitspolitik deutlich stärker zusammenarbeiten.

EU-Länder dürfen Agrarsektor stärker bezuschussen. Die Europäische Kommission plant, angesichts des Ukrainekriegs die Obergrenze für staatliche Beihilfen im Agrarsektor zu erhöhen, die die Mitgliedstaaten krisengeplagten Landwirt:innen gewähren zur Unterstützung gewähren können.

Petition gegen Pestizide für gültig erklärt. Die EU-Kommission hat gestern die Europäische Bürgerinitiative “Bienen und Bauern retten” für gültig erklärt, nachdem diese das Quorum von einer Million Unterschriften erfüllt hatte. Die Initiative fordert, die Nutzung synthetischer Pestizide bis 2035 zu beenden. Die EU-Institutionen sind nun verpflichtet, sich mit den Forderungen zu beschäftigen, jedoch nicht, diese umzusetzen.

Wirtschaft & Verkehr

EU-Kommission plant Lockerung der Regeln für vorübergehende Unternehmenshilfen. Nationale Regierungen sollen mehr rechtlichen Spielraum bekommen, Unternehmen in der Energiekrise zu helfen, die ihre Schulden nicht bedienen können. Dies zeigt ein interner Entwurf der Kommission zur Überarbeitung des Krisenrahmens für staatliche Beihilfe, der EURACTIV vorliegt.

EU will Ukrainer:innen Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern. Mit einer neuen Online-Plattform sollen ukrainische Geflüchtete leichter offene Stellen finden, wie EU-Arbeitskommissar Nicolas Schmit ankündigte. Rund 4,2 Millionen Ukrainer:innen haben derzeit Schutz in der EU.

Rundblick Europa

Slowakei unterstützt gemeinsame EU-Ausbildung ukrainischer Soldaten. Die Slowakei unterstützt den Vorschlag der Ausbildung ukrainischer Soldat:innen in EU-Ländern unter einem gemeinsamen europäischen Kommando, wie Außenminister Rastislav Káčer erklärte.

Schweden will Informationen über Nord Stream-Untersuchungen nicht mit Russland teilen. Die amtierende schwedische Ministerpräsidentin Magdalena Andersson wies am Montag eine Forderungen Russlands nach Transparenz bei der Untersuchung der Gaslecks in der Ostsee zurück.

Macron: Raketenangriffe markieren Wende im Ukraine-Krieg. Die russischen Raketenangriffe, die am Montag Zivilist:innen in mehreren ukrainischen Städten zum Ziel hatten, markieren aus Sicht des französischen Präsidenten Emmanuel Macron eine tiefgreifende Wende in der Natur des Krieges.

Geheimdienstchef: Russland will Westen mit „allen Mitteln“ zerstören. Russland sei ein rein krimineller Staat, der die NATO und die westliche Gemeinschaft mit allen Mitteln zerstören wolle, sagte der Direktor des tschechischen Sicherheitsinformationsdienstes, Michal Koudelka, gestern.

Finnland: Forderungen nach Ermittlungen gegen russlandfreundliche Politiker. Sechs Monate vor den finnischen Wahlen werden die Forderungen nach Ermittlungen gegen Politiker:innen mit Verbindungen zu Russland lauter. Dabei geht es vor allem um zwei ehemalige Premierminister, die mit den Nord-Stream-Pipelines in Verbindung stehen.

Agenda

  • EU: Parlamentspräsidentin Roberta Metsola spricht als Hauptrednerin auf der EU-Botschafterkonferenz
    Kommissionsvizepräsident Schinas empfängt Katars Arbeitsminister Dr. Ali bin Samikh Al Marri
    Die für Finanzdienstleistungen zuständige Kommissarin Mairead McGuinness spricht auf der von der Europäisch-Amerikanischen Handelskammer (EACC) in New York organisierten Veranstaltung “The EU-US Cooperation on Digital & Sustainable Finance”
    Die für Transparenz und Werte zuständige Kommissarin Vĕra Jourová trifft sich in Dublin mit dem irischen Premierminister Michael Martin, der Justizministerin Helen McEntee, dem irischen Obersten Richter Donal Gerard O’Donnell sowie mit Vertretern des Presserats und der irischen Zentrale der Europäischen Beobachtungsstelle für digitale Medien
    Olivér Várhelyi, EU-Kommissar für Nachbarschaft und Erweiterung, wird an der Botschafterkonferenz zum Thema “Europäische kontinentale Stabilität” teilnehmen: Die Zukunft der EU-Erweiterungs- und Nachbarschaftspolitik und der Politischen Gemeinschaft der EU” und empfängt die Leiter der EU-Delegationen der westlichen Balkanländer
    Binnenmarktkommissar Thierry Breton hält eine Grundsatzrede auf der 2. Europäischen Konferenz für Verteidigungssicherheit
    Das Europäische Parlament empfängt Stella Assange, die Ehefrau des Wikileaks-Gründers Julian Assange
  • Belgien: NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg gibt im Vorfeld des Treffens der Verteidigungsminister eine Pressekonferenz
  • Deutschland: Die Staats- und Regierungschefs der G7 und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erörtern die jüngsten Entwicklungen in einer Videokonferenz
  • Frankreich: Premierministerin Élisabeth Borne und die litauische Premierministerin Ingrida Šimonytė treffen sich zu einem Arbeitstreffen in Paris.
  • Großbritannien: Oberster Gerichtshof verhandelt über schottische Unabhängigkeit
  • Tschechien: Treffen der EU-Energieminister
  • Rumänien: Die georgische Präsidentin Salome Zourabichvili besucht Bukarest. Sie wird mit Präsident Klaus Iohannis und Premierminister Nicolae Ciuca zusammentreffen
  • USA: Der IWF veröffentlicht den World Economic Outlook (WEO) mit neuen Wachstumsprognosen
    EZB-Chefökonom Philip Lane spricht auf einer Konferenz in New York über die Wirtschaftspolitik in Europa und den USA