Europaabgeordnete: Studierende mit Kind brauchen mehr Hilfe [DE]

Junge Eltern, die ihr Studium noch nicht abgeschlossen haben, benötigen die Unterstützung der gesamten Gesellschaft, um ihr Potential ausschöpfen, sowie zum Wirtschaftswachstum und zur Aufrechterhaltung der Geburtsraten beitragen zu können. Dies schlägt ein Bericht des Europäischen Parlaments vor.

Junge Eltern, die ihr Studium noch nicht abgeschlossen haben, benötigen die Unterstützung der gesamten Gesellschaft, um ihr Potential ausschöpfen, sowie zum Wirtschaftswachstum und zur Aufrechterhaltung der Geburtsraten beitragen zu können. Dies schlägt ein Bericht des Europäischen Parlaments vor.

Das Europäische Parlament hat am 19. Juni 2007 einen Initiativbericht der griechischen konservativen Abgeordneten Marie Panayotopoulos-Cassiotou angenommen, der sich damit beschäftigt, warum die Zukunft der Wirtschaft, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung der EU von der Bildung abhängen werden.

Panayotopoulos-Cassiotou betonte, dass eine Mehrheit der jungen Menschen zwischen 20 und 24 Jahren einen Weg der Hochschulbildung einschlügen; diese Menschen stiegen später ins Berufsleben ein und weniger Kinder würden geboren. Dies habe negative Auswirkungen auf die demografische Entwicklung und die Nachhaltigkeit der Rentensysteme sowie die gesamte Wirtschaft. Sie wies auf die Unterschiede hin, die beispielsweise zwischen Schweden, wo 41% der Studenten Familien gründeten, und Österreich und Lettland, wo nur 10% der Studenten dies täten, bestünden. Das Familienleben müsse nicht nur mit dem Berufsleben in Einklang gebracht werden, sondern auch mit dem Studentenleben, sagte Panayotopoulos-Cassiotou.

Die sozialdemokratische Europaabgeordnete Lissy Gröner zeigte, wie mit jeder Stufe der Karriereleiter der Prozentsatz von Frauen sinke: In ganz Europa seien Frauen innerhalb der Studentenschaft in der Mehrheit, aber nur 43% des akademischen Personals und nur 15% der Professoren seien weiblich. In Deutschland betrage der Anteil weiblicher Professoren nur 8%. Wer sich gegenwärtig dazu entscheide, Kinder groß zu ziehen, sei entweder sehr reich oder sehr bescheiden, sagte die Abgeordnete der ALDE Karin Redetarits.

Der Kommissar für den Binnenmarkt, Charlie McCreevy, sprach im Namen seines abwesenden Kollegen Vladimír Špidla und stimmte zu, dass Frauen eher als Männer ihre Ausbildung aufgrund der Geburt eines Kindes unterbrächen. Er erinnerte daran, dass die gleichen Problemen Menschen beträfen, ebenfalls meist Frauen, die sich um hilfebedürftige Erwachsene oder Verwandte mit Behinderungen kümmerten. Er bestand darauf, dass Ausbildung und Familienpolitiken allein in den Kompetenzbereich der Mitgliedstaaten fielen.

Die Kommission plant, 2008 eine Mitteilung vorzulegen, die konkrete Maßnahmen vorschlägt, um die Zugänglichkeit, Qualität und Bezahlbarkeit der Kinderbetreuung zu verbessern.