Europäische Unternehmensverbände kämpfen noch immer mit Folgen der Erweiterung [DE]
Unternehmensverbände haben sich die Folgen der EU-Erweiterung für ihre Arbeit noch immer nicht ausreichend bewusst gemacht. Dies geht aus der diesjährigen Verbände-Umfrage von EURACTIV hervor. Außerdem fehlen nach wie vor klare Benchmarks anhand derer ihre Effektivität gemessen werden kann.
Unternehmensverbände haben sich die Folgen der EU-Erweiterung für ihre Arbeit noch immer nicht ausreichend bewusst gemacht. Dies geht aus der diesjährigen Verbände-Umfrage von EURACTIV hervor. Außerdem fehlen nach wie vor klare Benchmarks anhand derer ihre Effektivität gemessen werden kann.
Seit Mai 2004 und der EU-Erweiterung auf 25 Mitgliedstaaten müssen europäische Verbände aufgrund gestiegener Mitgliederzahlen höheren Anforderungen gerecht werden. Aus der diesjährigen Umfrage von EURACTIV geht indes hervor, dass die hierfür zur Verfügung stehenden Budgets knapp sind, während sich der Berg der zu bewältigenden Aufgaben immer weiter auftürmt.
„Die Erweiterung hat die Zahl der Vollmitglieder, und damit auch die Arbeitslast, erhöht“, so einer der befragten Vertreter eines europäischen Unternehmerverbands. Er fügte hinzu, bei den neuen Ländern bestünde sogar ein noch größerer Bedarf an „Unterstützung für ihre nationalen Lobbying-Aktivitäten“.
Alfons Westgeest, Managing Partner bei Kellen Europe, sagte: „Verbände stehen heutzutage unter wachsendem Druck und müssen gleichzeitig mit begrenzten Budgets auskommen. Während eine größere Mitgliedschaft die verfügbaren Mittel erhöhen kann, ist es wichtig, dass die Verbände ihre Arbeit auf das Wesentliche konzentrieren, um ihren Mitgliedern am besten zu dienen“.
Indessen zeigen die Umfrageergebnisse, dass lediglich ein Drittel der Verbände ihre Effektivität anhand von Bezugsnormen (‚Benchmarks’) misst. Nicht mehr als 24 % der Befragten bemühten sich darum, auszurechnen, wie viel Geld ihre Mitglieder aufgrund ihrer Arbeit sparen würden.
Westgeest weist auch darauf hin, dass Kosteneinsparungen für Unternehmensmitglieder besonders wichtig seien: „Viele Unternehmen achten sehr auf ihre Ausgaben, einschließlich für Mitgliedschaften in Vereinigungen, Interessengruppen, nationalen Verbänden und ähnlichen Zusammenschlüssen“.
Erwartungsgemäß geben 61,8 % der Verbände an, über eine eigene Haushaltslinie für Kommunikation zu verfügen. Bemerkenswert ist, dass die gleiche Anzahl an Verbänden (60 %) einen Teil ihres Budgets speziell für die Internet- und Intranetnutzung vorsehen. Damit sind die Ausgaben für die elektronische Kommunikation höher als für andere Kommunikationskanäle.
Die Umfrage des Vorjahres hatte bereits gezeigt, dass Online-Kommunikation für Verbände immer wichtiger wird. (EURACTIV vom 15. November 2004)